Vom Nein zum Ja: Cold Calling ohne Angst
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In dieser Folge
Folge 7 der Reihe Dialing Out. Dominka spricht mit Franjo, BDR bei OB2B mit ~3 Jahren Erfahrung am Telefon, über die Mythen rund um Cold Calling — und warum die Disziplin alles andere als tot ist. Es geht um die richtige Vorbereitung, mentale Rituale gegen Selbstzweifel und die kleinen Erfolge, die den Tag retten.
Plus Game Time mit einem Elevator Pitch (Eis an Eskimos) und ein paar Witze des Tages, die zeigen, warum Humor und Zuhören im Cold Call manchmal mehr wert sind als der perfekteste Pitch.
Lesezeit: 7 Minuten
Wir besprechen
- Cold Calling als Jagd — aktiv und vorbereitet
- Warum sich der Job mit der Zeit lohnt — die kleinen Gespräche
- Mythos „Cold Calling ist tot“ und warum das nicht stimmt
- Vertrauen entsteht aus persönlichem Kontakt — nicht aus Mass-Mailings
- Die häufigsten Missverständnisse über Cold Calling
- Ist Cold Calling schwer? Drei Hebel: Vorbereitung, Übung, Entspanntheit
- Eignet sich Cold Calling für jede Branche und Firmengröße?
- Wann ein Founder selbst telefonieren sollte
- Begeisterung für das Produkt als Erfolgsfaktor
- Psychologische Barrieren beim Cold Calling überwinden
- Selbstzweifel — wie ein gutes Team hilft, sie aufzulösen
- Erfolge feiern, auch die kleinen: Termine, Feedback, Lernen
- Game Time — Elevator Pitch (Eis an Eskimos)
- Sprechen vs. Zuhören: warum gute Fragen vor jedem Pitch kommen
- Atmosphäre lockern mit Humor — wann es passt und wann nicht
- Zeit effizient nutzen: CRM, Dialer und E-Mail-Templates
Show Notes
Cold Calling als Jagd
Cold Calling ist eine Jagd — aktiv, vorbereitet, mit klarem Ziel. Wer das Telefon abnimmt, übernimmt die Aktion im Sales-Prozess. E-Mail und LinkedIn dagegen sind wie ein Netz ins Meer geworfen und warten.
- Aktive Akquise schlägt passive Wartephase — entscheidend ist die Initiative.
- Auch eine ruhigere, pazifistische Tonalität funktioniert — das Konzept zählt, nicht die Lautstärke.
- Vergleich zur Fischerei taugt nur für E-Mail- und LinkedIn-Akquise — Cold Calling bleibt Jagd.
Warum sich der Job lohnt
Franjo war vor seinem OB2B-Start strikt gegen Cold Calling. Schlechte Callcenter-Erfahrungen hatten ihn verbrannt. Was ihn umgedreht hat: die wenigen wirklich guten Gespräche, in denen man jemandem etwas Sinnvolles mitgibt.
- Vor OB2B war Franjo gegen Cold Calling — die Callcenter- Erfahrung war prägend negativ.
- Heute: die paar guten Gespräche machen den Job wertvoll — jemandem den Tag verschönern zählt.
- Nach 100 Anrufen weiß man, der Job hat einen Sinn — die Frust-Calls verlieren ihr Gewicht.
Mythos „Cold Calling ist tot“
Provokation für jeden BDR. Vertrauen entsteht aus persönlichem Kontakt — niemand kauft von einer E-Mail. Die Statistik bestätigt es: viele B2B-Deals entstehen weiterhin am Telefon.
- Vertrauen wird am Telefon schneller gebaut als per Mail.
- B2B-Kooperationen entstehen weiterhin über Telefon — die Statistik widerspricht dem „tot“-Mythos.
- KI und Mail-Marketing als Ergänzung — nicht als Ersatz.
Die häufigsten Missverständnisse
Drei Klassiker. Erstens: Cold Calling sei schwer (ist es nicht). Zweitens: man störe die andere Person (man hilft ihr). Drittens: die Methode sei veraltet (sie ist aktiver denn je).
- Schwer heißt vorbereitet — wer Anruf und Pitch nicht plant, scheitert.
- Stören ≠ helfen — gute Calls liefern Lösungen, die der Ansprechpartner nicht aktiv gesucht hat.
- „Veraltet“ ist ein Vorurteil — direkter Kontakt bleibt der schnellste Vertrauenshebel.
Die drei Hebel für gutes Cold Calling
Vorbereitung schlägt Improvisation. Übung schlägt Talent. Entspanntheit schlägt Druck. Auch Introvertierte können hervorragende Anrufer werden — gegen die landläufige Annahme.
- Gute Vorbereitung: man weiß, wen man anruft und warum.
- Übung macht den Meister — die ersten 4 Calls sind hart, der fünfte ist okay.
- Introvertierte BDRs können am Telefon brillant sein — die Art des Kontakts ist 1:1, kein Auditorium.
Eignet sich Cold Calling für jede Branche?
Maschinenbau, Software, Consulting — alles funktioniert mit dem richtigen Pitch. Kritisch wird es bei sehr kleinen Firmen ohne Markterfahrung und bei B2C-Produkten ohne klares Ziel.
- Maschinenbau und Software liefern oft die schnellsten Ansprechpartner-Wechsel.
- Junge Firmen mit unklarem Markt-Match sollten anfangs selbst telefonieren — Outsourcing erst nach Validierung.
- B2C-Produkte gehören selten in den klassischen B2B-Outbound.
Begeisterung als Erfolgsfaktor
Wer für das Produkt nicht Feuer und Flamme ist, klingt am Telefon flach. Ein Founder ohne Marktreife kann seine Begeisterung schwer extern übertragen — also lieber selbst dranbleiben, bis das Produkt steht.
- BDR ist verlängerter Arm der Partnerfirma — Begeisterung muss übertragbar sein.
- Provisionsbasis-Akquise im frühen Produktstadium ist meist ein Fehlschuss.
- Beispiel Consulting-Projekt: dreimal Briefing, Podcast-Hören, klare Mission — dann hat es funktioniert.
Psychologische Barrieren überwinden
Drei einfache Tricks. Nicht persönlich nehmen. Wenn der Hörer aufgelegt ist, Frust rauslassen — die andere Seite hört es nicht mehr. Und: Lächeln durchhalten. Die Stimme transportiert es.
- Nicht persönlich nehmen — Ablehnung ist Data Mining, kein Urteil über dich.
- Frust geht nach dem Auflegen raus — vor der Wahl der nächsten Nummer kurz Luft holen.
- Lächeln durchhalten — die andere Seite hört es, und sie verliert die Lust, gemein zu sein.
Selbstzweifel auflösen
Ein gutes Team ist die beste Versicherung gegen Selbstzweifel. Nach einem wirklich schlimmen Call hilft das ehrliche Feedback der Kolleg:innen: hast Du alles richtig gemacht — ja oder nein?
- Schlechte Calls passieren — der Wert liegt darin, was sie über die Branche oder den Pitch verraten.
- Kollegiale Reflexion schlägt jede Selbstanalyse — das Team sieht, was Du selbst übersiehst.
- „Data Mining“ statt „verbockt“ — Reframing macht jeden Call zu einem Lernzettel.
Erfolge feiern — auch die kleinen
Vor Jahren hat OB2B Termine im Büro laut ausgerufen. Heute läuft das über CRM-Notifications. Jede Terminbuchung wird sichtbar — kleine Likes wirken motivierend, das Ego im Sales lebt davon.
- CRM-Notification bei jedem neuen Termin — alle sehen den Erfolg.
- Auch die tägliche Quote zählt — nicht jeder Win ist ein Deal.
- Im Team ehrlich freuen und nachfragen — „Wie hast Du das gemacht?“ schlägt Neid.
Game Time — Elevator Pitch
Verkauf Eis an Eskimos. Franjo macht aus Vitamin-D-Mangel eine Story und findet einen persönlichen Aufhänger (gemeinsame „Ex mit Namen D“). Das Beispiel zeigt: jeder Pitch braucht erstmal eine Verbindung.
- Vor dem Pitch eine Verbindung herstellen — Smalltalk oder persönliche Anknüpfung.
- Nicht das Produkt verkaufen, sondern das Problem lösen — in diesem Fall Vitamin-D-Mangel.
- Ehrliche Antworten gewinnen Vertrauen — „Hilft es gegen Kahlheit? Nein, leider nicht.“
Sprechen vs. Zuhören
Wer den besten Pitch hat, aber nicht zuhört, verliert. Das erste Mittel ist eine Frage, nicht ein Pitch. Erst verstehen, wo der Ansprechpartner zum Thema steht — dann gezielt anbieten.
- Erste Frage statt erster Pitch — wo steht der Ansprechpartner gerade?
- Offene Fragen liefern Pain Points, geschlossene liefern Ja/Nein.
- Wer Einwände nicht hört, kann sie nicht beantworten — und verbrennt den Lead.
Atmosphäre lockern mit Humor
Ein guter Witz zur richtigen Zeit löst Spannung — eine aufgesetzte Pointe killt das Gespräch. Franjos „Chuck Norris steht schneller, als Du laufen kannst“ funktioniert nur, wenn die andere Seite mitmacht.
- Lesen, ob der Ansprechpartner offen für Humor ist — sonst sachlich bleiben.
- Humor entspannt — entspannte Calls produzieren bessere Meetings.
- Wortspiele und Smalltalk schaffen Erinnerung — der „nette Anrufer“ bleibt im Kopf.
Zeit effizient nutzen — Tools
Modernes Cold Calling läuft mit CRM, Dialer-Software, vorbereiteten E-Mail-Templates und PDFs. 70 Anrufe pro Tag sind sportlich — ohne Werkzeug-Stack frisst die Verwaltung die Zeit fürs Telefonieren.
- CRM zentral — Personen, Deals, Aufgaben, Statistik an einem Ort.
- Dialer-Software statt manuell wählen — spart Minuten pro Call.
- E-Mail-Templates und PDFs vorbereiten — keine 20 Minuten für eine Nachfolge-Mail.
Wichtigste Erkenntnisse
- Cold Calling ist eine Jagd — aktiv, vorbereitet und mit klarem Ziel.
- Der Mythos „Cold Calling ist tot“ stimmt nicht — Vertrauen baut man am schnellsten am Telefon auf.
- Drei Hebel für gute Calls: Vorbereitung, Übung, Entspanntheit — Begeisterung ist der vierte.
- Introvertiert ≠ schlechter Anrufer — am 1:1-Telefon liegt der Vorteil oft sogar bei Introvertierten.
- Founder mit jungem Produkt sollten erstmal selbst telefonieren — Outsourcing erst nach Marktreife.
- Nicht persönlich nehmen, nach dem Auflegen Luft holen, Lächeln durchhalten — die drei Tricks gegen Frust.
- Erste Frage statt erster Pitch — Pain Points entstehen aus Zuhören.
- Humor lockert, wenn der Ansprechpartner mitmacht — sonst lieber sachlich.
- CRM + Dialer + E-Mail-Templates sind das Minimum-Tool-Set für effiziente Calls.
Pull Quotes
„Cold Calling ist eine Jagd — aktiv und vorbereitet, kein passives Warten.“
„Vertrauen baut man am schnellsten am Telefon, nicht im Postfach.“
„Vor dem ersten Pitch kommt die erste Frage — Pain Points entstehen aus Zuhören.“
Gast
Franjo Papec — BDR, OB2B
Dominka Babić — COO, OB2B (Host)
FAQ
Ist Cold Calling wirklich tot?
Nein. Vertrauen entsteht am schnellsten im persönlichen Gespräch, und genau das liefert das Telefon. Statistisch entstehen viele B2B-Deals weiterhin über direkte Anrufe — besonders bei höherwertigen Produkten.
Sind Introvertierte schlechter im Cold Calling?
Im Gegenteil. Cold Calling läuft 1:1, ohne Auditorium. Introvertierte hören oft genauer hin, lesen Stimmsignale besser und entwickeln daraus präzisere Pitches.
Für welche Firmen lohnt sich Cold Calling nicht?
Für sehr junge Firmen mit ungeprüftem Produkt-Market-Fit — dort sollten Founder selbst telefonieren. Für reine B2C-Produkte ohne klaren Geschäftskunden-Bezug funktioniert es ebenfalls schlecht.
Wie geht man mit Ablehnung im Cold Call um?
Nicht persönlich nehmen. Nach dem Auflegen kurz durchatmen oder Frust rauslassen. Lächeln durchhalten — die andere Seite hört es in der Stimme.
Welche Tools braucht ein BDR im Cold Calling?
CRM für Personen, Deals und Statistik. Dialer-Software fürs schnelle Wählen. Vorbereitete E-Mail-Templates und PDFs. Diese drei Werkzeuge sind das Minimum für effizientes Arbeiten.
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