Das perfekte Projekt-Setup im B2B-Outbound
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In dieser Folge
Folge 5 der Reihe Dialing Out. Dominka spricht mit Ivan, Projektleiter bei OB2B mit 7 Jahren Firmenzugehörigkeit und 3 Jahren in der Projektleitung, darüber, was eine erfolgreiche Outbound-Kampagne bereits vor dem ersten Anruf entscheidet — das Projekt-Setup.
Es geht um zwei Wochen Vorbereitung, das richtige Briefing, Technik-Infrastruktur, Team-Aufstellung und die häufigsten Stolpersteine. Außerdem: warum „Begeisterung beim Outsourcing fehlt“ ein Märchen ist und warum gute Kommunikation der eigentliche Erfolgsfaktor ist.
Lesezeit: 6 Minuten
Wir besprechen
- Kann man Projektleiter sein, ohne je selbst kaltakquiriert zu haben?
- Was ein Setup bei OB2B konkret ist — zwei Wochen strukturierte Vorbereitung
- Warum personalisierte Vorbereitung gewinnt: nicht universell, sondern kundenspezifisch
- Die ersten Schritte mit einem neuen Partner — Team-Vorstellung mit Namen
- Wichtigste Informationen vom Kunden: Produkt, frühere Kampagnen, Konkurrenz, Use Cases
- Was passiert, wenn die ersten Telefonate ein anderes Bild zeichnen — A/B-Tests am Markt
- Wie sicherstellen, dass das Team selbstbewusst antworten kann
- Technische Vorbereitung: CRM, Telefonnummer, Alias, Datenbank
- Personalisierung über Kunden-E-Mail-Adresse und Vor-Ort-Termine
- Wer steht im Team — BDR, Backup, Projektleiter, Quality Manager
- Typische Setup-Probleme: Verständnis und Zeitschätzung
- Kommunikation nach dem Setup: wöchentliche Briefings, volle Transparenz
- Game Time — „Ich hab noch nie“
Show Notes
Projektleiter ohne Cold-Call-Erfahrung?
Wer nie selbst kaltakquiriert hat, kann auch keine BDR-Teams führen. Die Probleme, mit denen ein BDR im Alltag konfrontiert ist, lassen sich nur aus der Praxis verstehen — nicht aus dem Lehrbuch.
- Sich in die Schuhe des BDR stellen können ist Voraussetzung für gute Projektleitung.
- Ohne eigene Telefonpraxis fehlt das Verständnis für typische Hürden — Zentrale, Pitch-Anpassung, Tagesform.
- Schwimmlehrer ohne Schwimmkenntnis funktioniert nicht — gilt auch hier.
Was ist ein Setup bei OB2B?
Eine zweiwöchige Vorbereitungsphase, in der wir uns mit dem Partner, seinem Produkt und seiner Zielgruppe vertraut machen. Ohne Setup keine Akquise — sonst telefoniert man blind.
- Standardlänge: 2 Wochen, in Ausnahmefällen kürzer.
- Personalisiert auf den Partner — nicht generisch aus dem Lehrbuch.
- Mit Setup wird der BDR Teil des Teams; ohne Setup nur ein externer Anrufer.
Die ersten Schritte mit einem neuen Partner
Vorstellung des Projektteams mit Vor- und Nachnamen. Klare Definition der nächsten Termine, der Checkliste und der Zielerwartungen. Verlässlichkeit von Tag eins.
- Konkrete Personen im Projekt — kein anonymes Outsourcing-Team.
- Erster Setup-Termin definiert Checkliste und Erwartungen beidseitig.
- Auch der Partner stellt sich vor — wir wollen verstehen, mit wem wir arbeiten.
Die wichtigsten Informationen vom Kunden
Wie der Kunde sein Produkt selbst beschreibt, ist Gold wert. Wir übernehmen sein Wording. Dazu kommen frühere Kampagnen, Konkurrenz und Referenzen mit echten Use Cases.
- Kunde stellt sein Produkt selbst vor — wir lernen sein Wording und übernehmen es im Pitch.
- Frühere Outbound-Kampagnen und ihre Lessons Learned bringen sofortigen Vorsprung.
- Use Cases mit Geschichte statt einer Liste mit Logos — daraus entsteht der Pitch.
A/B-Testing am Markt — ein Beispiel
Ein Immobilienkunde wollte gleich mehrere Botschaften gleichzeitig ausspielen. Wir haben einen A/B-Test in den ersten Monaten gefahren — Plan B hat klar gewonnen, und ab da haben wir verstärkt darauf aufgesetzt.
- Ist der Pitch unsicher, läuft ein A/B-Test in den ersten Wochen am echten Markt.
- Termine sind das eine, Markt-Feedback an unseren Partner das andere — beides liefern wir.
- Iteratives Vorgehen schlägt jeden „Wir starten gleich volle Pulle“-Ansatz.
Wie das Team selbstbewusst antworten kann
Der Gesprächsleitfaden wird gemeinsam mit dem Kunden erstellt und revidiert. Über wöchentliche Briefings wird der Pitch laufend nachjustiert. Niemand muss im Erstgespräch alles wissen.
- Gesprächsleitfaden vom Kunden gegenzeichnen lassen — keine Überraschungen.
- Wöchentliche Briefings spannen das Lern-Feedback-Loop auf.
- Erstgespräch dient dem Beschnuppern, nicht dem Produkt-Detail-Verkauf.
Technische Vorbereitung
CRM einrichten, eine eigene Telefonnummer und einen Alias definieren, Unterlagen vorbereiten, Datenbank aufbauen. Jeder Schritt ist klein, in Summe sind sie projektkritisch.
- CRM-Setup mit geteiltem Zugriff für den Partner.
- Eigene Telefonnummer und BDR-Alias — wir treten als Teil der Partnerfirma auf.
- Datenbank-Definition mit Branche, Firmengröße, Headcount, Region.
Personalisierung über die Kundengrenze hinaus
E-Mail-Adresse vom Partner-Domain ist Pflicht — alles andere riecht nach Outsourcing. Bei größeren Projekten gehen wir nach dem Setup zum Partner vor Ort und planen die nächste Phase gemeinsam.
- E-Mail-Versand nach dem Anruf läuft über die Partner-Domain — keine Identitätsverschleierung.
- Setup remote, Vertiefung vor Ort — die Reihenfolge funktioniert besser als umgekehrt.
- Vor-Ort-Termin in Dresden mit Pivot der Kampagnenrichtung — real passiert, real funktioniert.
Das Team hinter dem Projekt
Projektmanager (Ivan), BDR und Backup-BDR, plus Quality Manager Martin im Hintergrund. Mehrere Köpfe sehen mehr — kein Solo-Spiel.
- 1–N BDRs je nach Projektumfang, immer mit Backup für Urlaub und Krankheit.
- Quality Manager arbeitet an Redewendungen, Zentralen-Skripten und kontinuierlicher Verbesserung.
- Mehrere Perspektiven liefern bessere Lösungen als ein einzelner BDR-Kopf.
Typische Setup-Probleme
Größtes Problem: Verständnis der Thematik in der ersten Woche, besonders wenn das Projekt fachlich tief ist. Lösung: alle zusammensetzen, durchsprechen, Fragen sammeln.
- Fachverständnis braucht Iteration — der erste Setup-Termin reicht selten.
- 15-Minuten-Pre-Briefing vor dem Erstgespräch mit dem Kunden ist Standard bei Ivan.
- Zeitschätzung — Datenbank von 1000 Firmen lässt sich nicht an einem Tag bauen. Realismus zahlt sich aus.
Kommunikation nach dem Setup
Mindestens ein Briefing pro Woche, oft als halbstündiger Termin mit voller Transparenz — Gutes und Schlechtes. Vertrauen wird durch Offenheit aufgebaut, nicht durch Lobeshymnen.
- Wöchentlicher Briefing-Termin: 30 Minuten als Standard, flexibel anpassbar.
- Volle Transparenz: gute und schlechte Seiten klar benennen.
- Vertrauen entsteht aus konsequenter Kommunikation, nicht aus geglätteten Berichten.
Wichtigste Erkenntnisse
- Ein guter Projektleiter im B2B-Outbound hat selbst kaltakquiriert — sonst fehlt das Verständnis für die BDR-Realität.
- Ein Setup von 2 Wochen ist der Standard — kürzer ist die Ausnahme, nicht die Regel.
- Das Wording des Kunden für das eigene Produkt ist Gold — wir übernehmen es, statt eigenes zu erfinden.
- Bei unsicherem Pitch fährt ein A/B-Test in den ersten Wochen am echten Markt — Plan A gegen Plan B.
- E-Mail-Adresse vom Partner-Domain ist Pflicht — keine Identitätsverschleierung.
- Mehrere Köpfe im Projekt-Team schlagen jeden Solospielausgang — Backup-BDR ist Standard.
- Wöchentliche Briefings mit voller Transparenz sind der Vertrauens-Bau — nicht die geglättete Erfolgsstory.
Pull Quotes
„Ein Schwimmlehrer, der nicht schwimmen kann, funktioniert nicht — gilt auch in der Projektleitung.“
„Ohne Setup telefoniert man blind — wir machen es persönlich für jeden Partner.“
„Vertrauen entsteht durch Transparenz, nicht durch geglättete Berichte.“
Gast
Ivan Golubić — BDS, OB2B
Dominka Babić — COO, OB2B (Host)
FAQ
Wie lange dauert das Projekt-Setup bei OB2B?
In der Regel zwei Wochen. In Ausnahmefällen geht es kürzer, aber ohne strukturierte Vorbereitungsphase startet keine Akquise — sonst telefoniert man blind.
Welche Informationen braucht OB2B vom Partner zum Setup-Start?
Produktbeschreibung in eigenen Worten des Partners, frühere Outbound-Erfahrungen, Wettbewerbsumfeld, Referenzkunden mit echten Use Cases und das ideale Kundenprofil mit Branche, Größe und Region.
Was passiert, wenn der erste Pitch im Markt nicht funktioniert?
A/B-Test in den ersten Wochen. Beide Botschaften laufen parallel am echten Markt — die bessere setzt sich durch und wird zum Standard. Iteration schlägt Anfangs-Dogma.
Treten OB2B-BDRs im Namen des Partners auf?
Ja. E-Mail-Adresse läuft über die Partner-Domain, Telefonnummer und Alias werden im Setup definiert. Wir sind nach außen Teil des Partner-Teams.
Wie kommuniziert OB2B nach dem Setup mit dem Partner?
Mindestens ein halbstündiges Briefing pro Woche, mit voller Transparenz über gute und schlechte Entwicklungen. Vertrauen entsteht aus Offenheit, nicht aus geglätteten Reports.
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