Presales vs. Sales: Was gewinnt Deals wirklich? Lead-Hygiene, Follow-ups, Einwände
Klick lädt das Video von YouTube.
In dieser Folge
Folge 33 der Reihe Dialing Out. Dominka spricht mit Anamarija Novak, BDS bei OB2B und am längsten von allen im Unternehmen, über zehn Jahre im Vertrieb: vom Presales-BDR über den Account Executive bis zum After-Sales.
Du hörst, warum beim Qualifizieren eines Leads die Lead-Hygiene am wichtigsten ist, warum Eile die meisten Fehler verursacht, warum ein Call mehr verzeiht als eine E-Mail, ob Einwände im Presales oder im Sales schwerer sind und wie ein Strategiewechsel zwei schwierige Kundenprojekte gedreht hat.
Lesezeit: 13 Minuten
Wir besprechen
- Wer ist Anamarija Novak? Zehn Jahre im Vertrieb
- Wendepunkte oder ein großer Flow
- Lead-Hygiene beim Qualifizieren eines Leads
- Der größte Fehler im Presales: Eile
- Warum am Telefon weniger Fehler passieren
- Sehr guter Account Executive nur nach Presales?
- Einwandbehandlung im Cold Call vs. im Sales Call
- Budget-Einwände im Sales-Gespräch
- Zwei bis drei Minuten pro Cold Call
- Freiheit als wichtigste Soft Skill
- Der Wechsel ins After-Sales
- Der schwierigste Bereich im Vertrieb
- Ein unsicherer Neukunde bleibt und wächst
- Unzufrieden nach zwei Monaten
- Partner statt Endkunden
- Wo in zehn Jahren?
Show Notes
Klick auf eine Zeitmarke startet das Video an dieser Stelle.
0:48Wer ist Anamarija Novak? Zehn Jahre Sales bei OB2B
Anamarija Novak ist länger bei OB2B als alle anderen: „Die Mitarbeiterin, die am längsten in dieser Firma ist“, wie Dominka sagt, aber nicht die Älteste, ergänzt Anamarija. Es ist ihr zehntes Jahr im Vertrieb. Vor OB2B hat sie eine andere Art von Sales gemacht, im Einzelhandel: „Das waren meine Anfänge.“
- Anamarija ist am längsten bei OB2B, aber nicht die älteste Mitarbeiterin.
- Es ist ihr zehntes Jahr im Vertrieb.
- Ihre Anfänge im Verkauf waren im Einzelhandel.
2:03Gab es Wendepunkte? Warum ihre Karriere ein großer Flow ist
Keine harten Brüche, sagt Anamarija: „Für mich ist es tatsächlich ein großer Flow.“ Sie hat jede Rolle durchlaufen: Presales-BDR, Account Executive und After-Sales als Projektmanagerin und Business Development Strategist, ihre heutige Rolle. Ihre Arbeit war immer eine Mischung aus Dingen, die sich Tag für Tag wiederholen; manche Aufgaben sind weggefallen, neue dazugekommen. Dominka ergänzt, dass die Veränderungen natürlich und langsam kamen, weil Anamarija seit den Anfängen von OB2B dabei ist. Wenn die Firma gewachsen ist oder neue Kollegen dazukamen, hat sie nie mehr Projekte oder neue Leute aufgenommen, als sie stemmen konnte.
- Ihr Weg: Presales-BDR, Account Executive, After-Sales.
- Manche Aufgaben sind weggefallen, neue dazugekommen, der Kern blieb gleich.
- OB2B ist langsam gewachsen, nie mit mehr Projekten oder Leuten, als es stemmen konnte.
4:29Was zählt beim Qualifizieren eines Leads am meisten? Lead-Hygiene
Die Lead-Hygiene, sagt Anamarija: „Das Wichtigste ist, würde ich sagen, die Lead-Hygiene. Das ist etwas, das deine Arbeit zu einem Flow macht.“ Fang mit ein paar Basisinformationen an und bau den Lead Schritt für Schritt auf. Mit sauberer Lead-Hygiene weißt du jederzeit, wann dein nächstes Follow-up ist, weil du alles aufschreibst: kurze Notizen zu deinen Gesprächen und die Namen, mit denen du gesprochen hast. Für sie ist das eine gute Grundlage, um etwas richtig Gutes aufzubauen.
- Starte mit Basisinformationen und bau den Lead Schritt für Schritt auf.
- Schreib zu jedem Gespräch kurze Notizen und die Namen deiner Gesprächspartner auf.
- Wisse immer, wann dein nächstes Follow-up ist.
6:06Was ist der größte Fehler im Presales? Eile
Die meisten Fehler passieren aus Eile, sagt Anamarija: Man will so viele Calls wie möglich machen und so viele E-Mails wie möglich verschicken, „und in so einem Mindset machst du Fehler“. Ein typischer ist eine E-Mail an einen Prospect mit falschen Informationen. Dominka: „Wenn du eine E-Mail einmal verschickt hast, ist es wirklich schwer, sie zurückzuholen.“ Der andere ist das Follow-up: Kommt es nicht rechtzeitig, wird ein warmer Lead „immer kälter und kälter“. Und diese Fehler passieren heute noch jeden Tag, nicht nur vor zehn Jahren.
- Eile für mehr Volumen ist die Hauptquelle für Fehler.
- Eine E-Mail mit falschen Informationen lässt sich nicht zurückholen.
- Ein verspätetes Follow-up lässt einen warmen Lead abkühlen.
7:29Warum passieren am Telefon weniger Fehler als in der E-Mail?
Weil du im Call immer eine spontane Lösung findest, sagt Dominka: „Eigentlich passieren beim Telefonat die wenigsten Fehler.“ Viele Leute haben Angst vor dem Anruf, dabei passieren die typischen Fehler beim Dokumentieren oder beim Verschicken von E-Mails, oder wenn die Lead-Hygiene nach dem Call nicht an erster Stelle steht. Anamarijas Auswege am Telefon: Wenn du einen Blackout hast, halt an, lach und sag „Hey, heute ist echt nicht mein Tag. Ich hatte gerade einen kompletten Blackout.“ Das kann Vertrauen und Rapport aufbauen, weil es einfach menschlich ist. Im schlimmsten Fall leg auf und ruf noch mal an: „Hey, sorry, meine Verbindung war echt schlecht, deshalb rufe ich noch mal an.“ Eine E-Mail mit falschem Namen oder falscher Personalisierung lässt sich dagegen meistens nicht zurückziehen.
- Im Call ist eine spontane Lösung immer möglich, in einer verschickten E-Mail nicht.
- Einen Blackout wegzulachen kann Vertrauen und Rapport aufbauen.
- Läuft ein Call richtig schief, leg auf und ruf noch mal an.
9:27Wird man nur mit Presales-Erfahrung ein sehr guter Account Executive?
Dominka ist davon überzeugt: „Von einer Sache bin ich wirklich überzeugt: Man kann nur ein sehr guter Account Executive sein, wenn man vorher Presales gemacht hat.“ Der Grund ist die Lead-Hygiene. Viele Partner, mit denen OB2B arbeitet, sind darin richtig schlecht, sagt sie: Sie sind vielleicht gute Verkäufer mit einem richtig guten Pitch. Aber wenn du einen Lead nicht dokumentieren, nachverfolgen und anderen zeigen kannst, in einem Team, das keine „One-Man-Show“ ist, machst du vieles falsch und schließt nicht ab. Anamarija stimmt zu: Der Partner macht dort weiter, wo der Presales aufgehört hat, und braucht für den Termin bestimmte Informationen. „Und wenn du einen Fehler machst, ist das wie ein Schmetterlingseffekt.“
- Presales lehrt die Lead-Hygiene, die vielen Verkäufern fehlt.
- Ein guter Pitch bringt keinen Abschluss, wenn niemand sonst der Dokumentation folgen kann.
- Ein Fehler im Presales trifft später den Sales-Prozess des Partners.
11:37Ist Einwandbehandlung im Cold Call oder im Sales Call leichter?
Mehr oder weniger gleich, sagt Anamarija: „Einwandbehandlung ist Einwandbehandlung.“ Was Presales und Sales verbindet, ist die Vorbereitung: „Ich glaube, im Sales allgemein ist Wissen alles.“ Wenn du dein Produkt, deinen Service und deine Vorteile kennst, überrascht dich keine Situation, und jeder Einwand ist nur ein Einwand, bei dem du dich durchsetzt. Wie es läuft, hängt von der Person ab, mit der du sprichst, und davon, in welcher Phase du bist.
- Einwandbehandlung ist im Presales und im Sales dieselbe Fähigkeit.
- Kenn dein Produkt, deinen Service und deine Vorteile.
- Gut vorbereitet überrascht dich kein Einwand.
13:04Budget-Einwände: Warum sind Sales-Gespräche schwerer?
Weil es um Geld geht, sagt Anamarija, als Dominka auf einer Antwort besteht. Wenn der Partner kein Budget hat, „dann ist das ein Einwand, durch den du nicht durchkommst“. Wenn du willst, kannst du einen Rabatt geben, aber du musst steuern und die Vorteile und den Return on Investment zeigen, den er in Zukunft sehen wird. Deshalb dauert Einwandbehandlung im Sales etwas länger. Im Presales hörst du immer wieder dieselben Einwände und willst nur den Termin: Feedback anhören, weitermachen, wenn du damit umgehen kannst, sonst zum nächsten.
- Das Budget macht Einwände im Sales schwerer.
- Zeig die Vorteile und den Return on Investment; ein Rabatt ist eine Option.
- Im Presales: Feedback anhören und zum nächsten, wenn es nicht klappt.
14:18Warum gehen Einwände im Cold Call schneller?
Weil das Gespräch kurz ist, sagt Anamarija: Ein Cold Call mit einem Entscheider dauert „vielleicht zwei oder drei Minuten“, und meistens weißt du schon, was die Leute fragen und welche Pain Points sie haben. Im Sales hast du weniger Leads, Termine dauern länger, und es kommen mehr Fragen auf. Ihr Satz, wenn ein Prospect einen Pain Point nennt: „Das ist ein richtig guter Punkt, den Sie da ansprechen. Ich verbinde Sie mit meinen Kollegen, die Spezialisten in diesem Bereich sind. Lassen Sie uns also einen Termin vereinbaren.“ Dominka: „Da bin ich überhaupt nicht deiner Meinung.“ Nächstes Jahr, zu ihrem zehnjährigen Jubiläum bei OB2B, darf Anamarija sie interviewen.
- Ein Cold Call mit einem Entscheider dauert zwei bis drei Minuten.
- Im Presales ist das Ziel der Termin, nicht die Antwort auf jede Frage.
- Gib den Pain Point im Termin an die Spezialisten weiter.
15:40Welche Soft Skill hat ihr neue Kunden gebracht? Freiheit
Die Freiheit, die du durch Kaltakquise gewinnst, sagt Anamarija. Am Anfang hast du vor jedem Call Angst, davor, wer am anderen Ende ist und wie er reagiert; mit der Zeit gilt: „Du befreist dich einfach von all diesen Ängsten.“ Im Sales, als Account Executive, konnte sie mit dieser Freiheit improvisieren und Neues ausprobieren, mit Humor: „nicht, sich über jemanden lustig zu machen, sondern dabei Spaß zu haben“. Das hilft sehr beim Aufbau von Beziehung und Vertrauen. Dominka: „Da stimme ich dir vielleicht zu.“
- Kaltakquise nimmt dir die Angst vor dem nächsten Call.
- Mit dieser Freiheit kannst du im Sales improvisieren.
- Humor hilft beim Aufbau von Beziehung und Vertrauen.
17:59Wann kam der Wechsel ins After-Sales?
Schwer zu sagen, sagt Anamarija, weil es ein Flow war. Sie hat 2015 bei OB2B angefangen, das After-Sales kam etwa 2022, „vielleicht“; davor hat sie als BDR schon mehrere Projekte betreut. Ihre ersten After-Sales-Projekte waren Kunden außerhalb der DACH-Region, zum Beispiel aus Polen und Finnland, und mit der Zeit wurden es immer mehr Projekte. Seit zwei Jahren macht sie nur noch After-Sales.
- Sie hat 2015 bei OB2B angefangen.
- Ihre ersten After-Sales-Projekte waren Kunden aus Polen und Finnland.
- Seit zwei Jahren arbeitet sie nur im After-Sales.
20:13Presales, Sales oder After-Sales: Was ist am schwierigsten?
Presales, sagt Anamarija: „Ich würde also sagen, der Presales-Teil ist definitiv der schwierigste, aber eigentlich auch der lohnendste.“ Als BDR nimmst du nicht einfach den Hörer ab und verschickst E-Mails; du musst wirklich darüber nachdenken, was du tust. Es kostet viel Energie, du selbst zu bleiben und dich anzupassen, weil du mit jedem Call in eine neue Situation wechselst („Hut ab vor allen unseren BDRs“). Die Belohnung: Du siehst deine Ergebnisse sehr schnell. Dominka ist wieder anderer Meinung.
- Presales kostet am meisten Energie, mit einer neuen Situation in jedem Call.
- Es ist auch am lohnendsten, weil sich Ergebnisse schnell zeigen.
- Dominka sieht das anders.
21:28Wie wird ein unsicherer Neukunde zum langfristigen Partner?
Durch Ergebnisse und Transparenz, sagt Anamarija. Neue Kunden haben oft Angst vor der Zusammenarbeit: Sie haben das noch nie gemacht und haben eigene Wünsche und Erwartungen, was völlig natürlich ist. Dieses Jahr wirkte ein Partner so unsicher, dass sie dachte, er bleibt vielleicht „einen Monat oder zwei“. Am Ende hat er das Projekt erweitert und noch einen BDR dazugenommen, und die Zusammenarbeit läuft seit mehr als sechs Monaten. Kunden zufrieden zu sehen, die dann erweitern, ist für sie das Schönste an ihrem Job.
- Neue Kunden sind oft unsicher, und das ist natürlich.
- Ergebnisse und Transparenz halten sie.
- Ein unsicherer Partner hat noch einen BDR dazugenommen und ist seit über sechs Monaten dabei.
23:14Kunde nach zwei Monaten unzufrieden: Was jetzt?
Haltung zeigen und die Strategie ändern, sagt Anamarija. Dominka erinnert an einen Schweizer Kunden, der nach zwei Monaten richtig unzufrieden war und schon signalisiert hatte, dass er aufhören will; Anamarija kam mit einer neuen Liste, einer neuen Idee und einem neuen Ansatz, und OB2B hat ihn noch mehrere Monate gehalten. Manchmal ist die Strategie, die man am Anfang gemeinsam festgelegt hat, einfach nicht die richtige, und es dauert, bis man das merkt. „Aber das wirklich Wichtige ist, Haltung zu zeigen.“ Ihre Worte an den Kunden: „Lassen Sie es uns mit einer anderen Liste versuchen. Lassen Sie es uns mit einer anderen Branche versuchen. Und dann sehen wir, ob das funktioniert.“ Getestet wird, „wenn Sie für diese Lösung offen sind“.
- Die am Anfang vereinbarte Strategie kann die falsche sein.
- Schlag aus deiner Erfahrung eine andere Liste oder Branche vor.
- Teste die Änderung, wenn der Kunde offen dafür ist.
24:58Partner statt Endkunden: der Wechsel, der funktioniert hat
In einem anderen Projekt brachten Anrufe bei Endkunden „richtig, richtig schlecht“ Ergebnisse, sagt Anamarija. Also hat OB2B vorgeschlagen, Firmen als Partner anzusprechen, statt neue Kunden zu akquirieren. Das brachte dem Kunden viele neue Partnerschaften und neue Projekte darin. Die Zusammenarbeit lief mehr als drei Jahre, in Phasen von zwei oder drei Monaten, und dank dieses Ansatzes hat der Kunde sogar noch einen Mitarbeiter eingestellt. Es hat gezeigt, „wie eine Änderung des Ansatzes allen nützen kann“.
- Anrufe bei Endkunden brachten richtig schlechte Ergebnisse.
- Der Wechsel: Firmen als Partner ansprechen.
- Über drei Jahre in Phasen; der Kunde hat noch einen Mitarbeiter eingestellt.
26:16Wo sieht sich Anamarija in zehn Jahren?
So weit schaut sie nicht nach vorn, sagt Anamarija; sie setzt sich kleinere Ziele und geht darauf zu. Sie sieht OB2B etwas größer, vielleicht mit mehr Mitarbeitern und veränderten Perspektiven, weil sich das Team sehr schnell anpasst, wenn etwas Neues kommt, wie KI. Und im Scherz: vielleicht ein riesiges Enterprise-Unternehmen, das andere Firmen aufkauft. Dominka schließt Folge 33 mit einem Deal: Nächstes Jahr interviewt Anamarija sie zum selben Thema.
- Kleinere Ziele statt eines Zehnjahresplans.
- OB2B passt sich schnell an Neues wie KI an.
- Nächstes Jahr interviewt Anamarija Dominka.
Wichtigste Erkenntnisse
- Im Presales zählt beim Qualifizieren eines Leads die Lead-Hygiene am meisten, sagt Anamarija Novak: Notizen zu jedem Gespräch, die Namen deiner Gesprächspartner und das Datum des nächsten Follow-ups.
- Die meisten Fehler im Presales entstehen aus Eile für mehr Volumen, etwa eine E-Mail mit falschen Informationen oder ein Follow-up, das zu spät kommt.
- Ein warmer Lead, der sein Follow-up nicht rechtzeitig bekommt, wird immer kälter.
- Am Telefon passieren weniger Fehler als in der E-Mail: Im Call kannst du einen Blackout weglachen oder noch mal anrufen, eine verschickte E-Mail holst du kaum zurück.
- Dominka Babić ist überzeugt, dass man nur mit Presales-Erfahrung ein sehr guter Account Executive wird, weil Presales Lead-Hygiene lehrt.
- Ein Fehler im Presales wirkt wie ein Schmetterlingseffekt: Der Partner macht dort weiter, wo der Presales aufgehört hat, und braucht die richtigen Informationen.
- Einwandbehandlung ist im Presales und im Sales dieselbe Fähigkeit; entscheidend ist die Vorbereitung, denn im Sales ist Wissen alles.
- Im Sales macht das Budget Einwände schwerer; im Presales dauert ein Call mit einem Entscheider zwei bis drei Minuten, und das Ziel ist nur der Termin.
- Kaltakquise befreit dich von der Angst, und diese Freiheit lässt dich später im Sales improvisieren und mit Humor arbeiten.
- Wenn ein Kundenprojekt nicht funktioniert, zeig Haltung und ändere die Strategie: eine andere Liste, eine andere Branche oder Partner statt Endkunden.
Pull Quotes
„Das Wichtigste ist, würde ich sagen, die Lead-Hygiene. Das ist etwas, das deine Arbeit zu einem Flow macht.“
„Von einer Sache bin ich wirklich überzeugt: Man kann nur ein sehr guter Account Executive sein, wenn man vorher Presales gemacht hat.“
„Ich würde also sagen, der Presales-Teil ist definitiv der schwierigste, aber eigentlich auch der lohnendste.“
Gast
Anamarija Novak — BDS, OB2B
Dominka Babić — COO, OB2B (Host)
FAQ
Was zählt beim Qualifizieren eines Leads im Presales am meisten?
Die Lead-Hygiene, sagt Anamarija Novak, die seit 2015 bei OB2B arbeitet. Fang mit Basisinformationen an, bau den Lead Schritt für Schritt auf und schreib alles auf: kurze Notizen zu deinen Gesprächen, die Namen deiner Gesprächspartner, wann das nächste Follow-up ist. So bleibt deine Arbeit im Flow, und du hast eine gute Grundlage für alles, was folgt.
Was ist der häufigste Fehler von BDRs im Presales?
Eile. Wer so viele Calls und E-Mails wie möglich schaffen will, macht Fehler, sagt Anamarija, etwa eine E-Mail mit falschen Informationen oder ein Follow-up, das zu spät kommt. Eine verschickte E-Mail holst du kaum zurück, und ein warmer Lead ohne rechtzeitiges Follow-up wird immer kälter.
Warum verzeiht ein Cold Call mehr als eine Cold E-Mail?
Weil du im Call immer eine spontane Lösung findest, sagt Dominka Babić. Hast du einen Blackout, lach ihn weg, das kann sogar Vertrauen aufbauen; läuft es richtig schief, leg auf und ruf noch mal an. Eine E-Mail mit falschem Namen oder falscher Personalisierung lässt sich meistens nicht zurückziehen.
Braucht man Presales-Erfahrung, um ein guter Account Executive zu werden?
Dominka ist überzeugt, dass man nur mit Presales-Erfahrung ein sehr guter Account Executive wird, wegen der Lead-Hygiene. Viele Verkäufer haben einen guten Pitch, dokumentieren und verfolgen ihre Leads aber nicht, und im Team kostet das Abschlüsse. Anamarija stimmt zu: Der Partner macht dort weiter, wo der Presales aufgehört hat, und braucht die richtigen Informationen.
Ist Einwandbehandlung im Cold Call oder im Sales Call schwerer?
Mehr oder weniger gleich, sagt Anamarija: Entscheidend ist die Vorbereitung, denn im Sales ist Wissen alles. Auf Nachfrage hält sie den Sales für vielleicht etwas schwerer: Das Budget kommt ins Spiel, es gibt weniger Leads, und Termine dauern länger, während ein Cold Call mit einem Entscheider zwei bis drei Minuten dauert. Dominka sieht das überhaupt nicht so.
Ist Presales oder Sales schwerer?
Presales, sagt Anamarija: Es kostet viel Energie, weil du mit jedem Call in eine neue Situation wechselst, ist aber auch am lohnendsten, weil du Ergebnisse sehr schnell siehst. Dominka ist anderer Meinung; nächstes Jahr, zu ihrem zehnjährigen Jubiläum bei OB2B, interviewt Anamarija sie zum selben Thema.
Was tun, wenn ein Kunde mit einem Outbound-Projekt unzufrieden ist?
Haltung zeigen und die Strategie ändern, sagt Anamarija: eine andere Liste oder Branche vorschlagen und testen, wenn der Kunde offen dafür ist. Ein Schweizer Kunde, der nach zwei Monaten unzufrieden war, blieb nach neuer Liste und neuem Ansatz noch mehrere Monate. In einem anderen Projekt führte der Wechsel von Endkunden zu Partnern zu über drei Jahren Zusammenarbeit.
Transkript3.622 Wörter · ca. 16 Min. LesezeitAnzeigenAusblenden
Aus dem Englischen übersetzt. Die Folge wurde auf Englisch aufgenommen.
0:48Wer ist Anamarija Novak? Zehn Jahre Sales bei OB2B
0:48Anamarija: Action! Willkommen zurück auf meinem Kanal!
Dominka: Willkommen zurück auf meinem Kanal.
Anamarija: Nicht mein Kanal.
Dominka: Nein, es ist mein Kanal. Zu…
1:01Anamarija: Unserem Podcast.
Dominka: Unserem Podcast. Zum OB2B Podcast. Zu Dialing Out, dem OB2B Podcast.
Anamarija: Genau.
1:10Dominka: Ja. Unser Gast heute ist die einzig wahre Anamarija Novak. Die älteste Mitarbeiterin in dieser Firma.
Anamarija: Ich bin nicht die Älteste.
Dominka: Die Mitarbeiterin, die am längsten in dieser Firma ist.
Anamarija: Das stimmt so halbwegs. Ja. Aber ich bin nicht die Älteste.
Dominka: Nein, bist du nicht.
Anamarija: Nein, bin ich nicht.
1:34Dominka: Nein. Ja, bist du nicht. Jemand anderes aus dem Team ist es definitiv. Zehn Jahre im Sales: Darüber sprechen wir heute, weil du jetzt im zehnten Jahr Sales machst. Vielleicht hast du sogar schon vorher Sales gemacht.
Anamarija: Ja, hab ich, aber eine andere Art.
Dominka: Ja, du warst im Einzelhandel.
Anamarija: Ja, genau. Das waren meine Anfänge.
2:03Gab es Wendepunkte? Warum ihre Karriere ein großer Flow ist
2:03Dominka: Heute sprechen wir über Sales bei OB2B und über Sales als Phänomen, so wie wir verkaufen und wie wir es jeden Tag machen. Ganz wichtig ist: Du hast alles gemacht. Du bist durch alle Prozesse gegangen: vom Presales-BDR über Account Executive bis zu jemandem, der After-Sales macht, als Projektmanagerin oder Business Development Strategist, und das bist du heute. Ich glaube, du hast viel zu erzählen. Aber wenn du ehrlich bist: Siehst du in deiner Karriere überhaupt scharfe, klar erkennbare Momente, bei denen du sagen würdest: Okay, da gab es eine Transformation, das ist ein Punkt, an dem ich weiß, dass sich etwas verändert hat? Oder ist für dich alles einfach ein großer Flow?
3:08Anamarija: Für mich ist es tatsächlich ein großer Flow, weil alles, was ich bei OB2B gemacht habe, und alles, womit ich zu tun hatte, eigentlich eine Mischung aus verschiedenen Dingen war, die sich Tag für Tag wiederholen. Manches hat sich verändert, manches mache ich nicht mehr, und ich habe ein paar Dinge dazubekommen, die ich jetzt mache. Aber im Grunde dreht sich alles mehr oder weniger um dasselbe. Ich würde also nicht sagen, dass ich irgendwann eine Art Umbruch, eine Veränderung oder, ich weiß nicht, etwas Riesiges erlebt habe.
3:44Dominka: Es ist sehr fließend. Es war sehr fließend, weil du von den Anfängen der Firma an hier bist, von OB2B an sich. Und alle Veränderungen sind ganz natürlich passiert, in einem langsamen Tempo, wenn man zurückschaut.
4:03Anamarija: Ja, das sind sie. Und als wir uns verändern wollten, als wir zum Beispiel unser Geschäft erweitern oder neue Kolleginnen und Kollegen ins Team holen wollten, ist alles langsam passiert. Wir hatten also nie eine riesige Menge an, ich weiß nicht, Projekten, neuen Leuten und so weiter, die wir nicht stemmen konnten. Das ist also gut.
4:29Was zählt beim Qualifizieren eines Leads am meisten? Lead-Hygiene
4:29Dominka: Okay. Aber trotzdem, lass uns in dieser Folge heute ein bisschen Zeitreise machen, um den Zuhörern einen kleinen Rückblick zu geben, wie es jetzt ist und vielleicht auch, was du in der Zukunft kommen siehst. Aber wenn du an deine Presales-Zeit zurückdenken kannst.
Anamarija: Klar. Ja, kann ich. Es hat Spaß gemacht.
4:59Dominka: Was würdest du sagen, ist das Allerwichtigste, worauf sich jemand im Presales beim Qualifizieren eines Leads konzentrieren sollte?
5:12Anamarija: Zuallererst finde ich es wirklich wichtig, ein paar Basisinformationen zu haben, von denen du ausgehen kannst, und dann deinen Deal oder Lead, wie auch immer du es nennen willst, Schritt für Schritt aufzubauen. Das Wichtigste ist, würde ich sagen, die Lead-Hygiene. Das ist etwas, das deine Arbeit zu einem Flow macht. Du darfst keine Hindernisse haben. Du weißt zu jedem Zeitpunkt, wann dein Follow-up ist, wenn du alles aufschreibst: die kleinen Mitschriften deiner Gespräche, die Namen, mit denen du verbunden wurdest, und so weiter. Das kann dir sehr helfen, einen richtig guten Flow in dem Geschäft zu haben, das du betreibst, und das ist im Presales wirklich, wirklich wichtig. Ich würde also sagen, das ist eine gute Grundlage, um etwas richtig Gutes aufzubauen und von da aus weiterzukommen.
6:06Was ist der größte Fehler im Presales? Eile
6:06Dominka: Und auf der anderen Seite: Was ist der größte Fehler, den ein BDR im Presales-Prozess macht? Oder den du gemacht hast? Vielleicht kannst du zurückdenken. Es war eine andere Zeit, aber trotzdem.
6:20Anamarija: Das kann passieren. Ich meine, Fehler passieren jeden Tag. Nur weil manche Fehler vor zehn Jahren passiert sind, heißt das nicht, dass sie heute nicht mehr passieren. Es ist zum Beispiel ziemlich häufig, dass man Fehler macht, wenn man E-Mails an Prospects schickt, einfach nicht die richtigen Informationen eintippt. Das ist also etwas, das ein bisschen… Ich weiß nicht. Ich mag das wirklich nicht.
Dominka: Weil du es nicht ändern kannst. Wenn du eine E-Mail einmal verschickt hast, ist es wirklich schwer, sie zurückzuholen.
6:51Anamarija: Genau. Und du musst dich um dein Follow-up kümmern. Wenn du nicht rechtzeitig nachfasst, verlierst du vielleicht deinen warmen Lead. Er wird nicht wärmer. Er wird immer kälter und kälter. Es ist also wirklich wichtig, dass du dich um deine Aktivitäten kümmerst. Die meisten Fehler passieren eigentlich, weil du versuchst, Dinge zu überstürzen, und dann passieren immer Fehler. Du hetzt, du versuchst, ich weiß nicht, so viele Calls zu machen, wie du kannst, so viele E-Mails zu verschicken, wie du kannst. Und in so einem Mindset machst du Fehler.
7:29Warum passieren am Telefon weniger Fehler als in der E-Mail?
7:29Dominka: Und das ist eine ganz wichtige Lektion für alle, die zuhören, weil viele Leute Angst davor haben, den Anruf zu machen. Eigentlich passieren beim Telefonat die wenigsten Fehler. Du kannst immer eine spontane Lösung finden oder einen Weg, den Prospect dazu zu bringen, dir eine Antwort zu geben. Und selbst wenn nicht, kannst du einfach sagen: Okay, beim nächsten Call mache ich es anders.
Anamarija: Genau.
Dominka: Die häufigsten Fehler passieren eigentlich beim Dokumentieren oder beim Verschicken von E-Mails, oder wenn man nach einem Call einfach nicht dokumentiert und die Lead-Hygiene nicht an erste Stelle setzt.
8:13Anamarija: Im Call kannst du den Fluss immer auf deine Seite lenken (sinngemäß: das Gespräch zu deinen Gunsten drehen). Wenn du zum Beispiel etwas vergisst, wenn du einfach einen kompletten Blackout im Kopf hast, kannst du einfach anhalten, anfangen zu lachen und zu deinem Prospect sagen: „Hey, heute ist echt nicht mein Tag. Ich hatte gerade einen kompletten Blackout.“ Und es dann einfach weglachen.
Dominka: Ja.
Anamarija: Und das ist auch etwas Gutes, weil der Prospect dann mit dir lachen kann, und es ist eine Chance, Vertrauen und Rapport aufzubauen, weil du Dinge erlebst, die einfach menschlich sind. Es ist ja nicht so, dass du in jedem Call perfekt sein musst, aber mit solchen Dingen kommt man leichter zurecht. Und wenn du so einen riesigen Fehler machst, kannst du immer noch einfach auflegen, noch mal anrufen und sagen: „Hey, sorry, meine Verbindung war echt schlecht, deshalb rufe ich noch mal an.“ Du hast also ein paar Möglichkeiten, damit umzugehen. Aber wenn du eine E-Mail mit falschen Informationen verschickst, mit einem falschen Namen, einer falschen Personalisierung, dann hast du ein Problem, weil du diese E-Mail meistens nicht zurückziehen kannst. Oder, ich weiß nicht, du kannst die Daten ändern, die du in dein CRM eingetippt hast, aber du musst dir bewusst sein, was du da tust.
9:27Wird man nur mit Presales-Erfahrung ein sehr guter Account Executive?
9:27Dominka: Du hast Presales erlebt, du hast Sales erlebt, als Account Executive. Und eigentlich: Von einer Sache bin ich wirklich überzeugt: Man kann nur ein sehr guter Account Executive sein, wenn man vorher Presales gemacht hat.
Anamarija: Ja.
Dominka: Vor allem in dem Teil, wo es um Lead-Hygiene geht. Wenn wir uns unsere Partner und die Leute anschauen, mit denen wir arbeiten, sind sie genau an diesem Punkt richtig schlecht.
Anamarija: Ja.
Dominka: Weil sie vielleicht gute Verkäufer sind. Vielleicht jemand, der einen richtig guten Pitch hat.
Anamarija: Ja. Oder Talent. Davon gibt es viele.
10:08Dominka: Aber wenn du keine Möglichkeit hast, es zu dokumentieren, wenn du keine Möglichkeit hast, es nachzuverfolgen und einfach jemand anderem zu zeigen, und es ist meistens ein größeres Team, es ist keine One-Man-Show…
Anamarija: Natürlich, ja.
Dominka: …dann kannst du so viele Dinge falsch machen und nicht abschließen, einfach weil du Sales nicht richtig gemacht hast.
10:31Anamarija: Ja. Weil du immer andere Leute beeinflusst. In unseren Teams arbeitest du zum Beispiel immer mit jemandem zusammen. Du bist nie allein. Du hast deinen eigenen Job, deine Kollegin hat einen anderen Job, aber alles hängt zusammen. Und am Ende ist es dein Partner oder Kunde, der auch mit deinem Presales-Teil verbunden ist und der da weitermachen muss, wo du aufgehört hast. Wenn du also einen Termin für ihn vereinbarst, muss er bestimmte Informationen haben, damit er den Sales-Prozess für seine Firma, für seine Produkte, für seinen Pitch, für alles andere fortsetzen kann. Es ist lustig, wie Presales manchmal mit Sales verbunden ist; sie greifen ineinander. Und wenn du einen Fehler machst, ist das wie ein Schmetterlingseffekt. Das kann wirklich Dinge in der Zukunft berühren, die du nicht einmal siehst. Es ist also wirklich wichtig, dass du dich um deine Sachen kümmerst, die in der Zukunft jemand anderen betreffen.
11:37Ist Einwandbehandlung im Cold Call oder im Sales Call leichter?
11:37Dominka: Alle Bereiche, Presales, Sales und After-Sales, über das wir auch noch sprechen, bestehen aus einer ganz wichtigen Sache für den Vertrieb, und das ist die Einwandbehandlung.
Anamarija: Natürlich, ja.
11:50Dominka: Ja. Würdest du sagen… Das ist unser Job, Einwandbehandlung. Würdest du sagen, Einwandbehandlung ist in Cold Calls leichter oder in Sales Calls?
12:03Anamarija: Oh, das ist eine schwere Frage, aber ich glaube, es ist mehr oder weniger dasselbe. Ich meine, Einwandbehandlung ist Einwandbehandlung. Und das Wichtigste, was für mich Presales und Sales verbindet, ist deine Vorbereitung. Ich glaube, im Sales allgemein ist Wissen alles. Wenn du gut vorbereitet bist, wenn du dein Produkt kennst, wenn du deinen Service kennst, wenn du deine Vorteile kennst und so weiter, kann dich keine Situation überraschen. Es kommt kein Einwand, der dich überrascht, weil du immer die Antwort darauf hast. Wenn du gut vorbereitet bist, ist jeder Einwand einfach nur ein Einwand, und du musst dich durchsetzen. Es hängt von der Person ab, mit der du sprichst. Es hängt davon ab, in welcher Phase du bist. Aber ich glaube, das eine Gemeinsame ist: Wenn du das Wissen hast, kannst du jede Art von Einwand behandeln.
13:04Budget-Einwände: Warum sind Sales-Gespräche schwerer?
13:04Dominka: Ja. Aber trotzdem. Trotzdem, wenn du willst, beantworte meine Frage.
13:10Anamarija: Ich meine, vielleicht ist es ein bisschen schwieriger, wenn du im Sales bist, weil vielleicht das Thema Geld dazukommt, oder das Budget, wenn man so will. Wenn dein Partner das Budget nicht hat, dann ist das ein Einwand, durch den du nicht durchkommst. Wenn du willst, kannst du, ich weiß nicht, einen Rabatt geben oder so etwas. Aber das ist etwas, das du steuern musst, und du musst zeigen, welche Vorteile es für ihn hätte, oder den Return on Investment, den er in der Zukunft sehen wird, und so weiter. Ich glaube also, die Einwandbehandlung dauert im Sales-Teil vielleicht ein bisschen länger als im Presales, weil man im Presales ziemlich oft dieselben Dinge hört. Und was du machst, ist, einen Termin zu vereinbaren; das ist gar nicht so schlimm. Du sagst einfach: Okay, kein Problem, lassen Sie mich das Feedback hören. Wenn du mit diesem Feedback umgehen kannst, perfekt, dann führst du das Gespräch weiter. Wenn nicht, geh einfach zum nächsten. Aber im Sales ist es ein bisschen schwieriger, weil dir nicht so viele Leads durch die Finger laufen.
14:18Warum gehen Einwände im Cold Call schneller?
14:18Dominka: Du würdest also sagen, Einwände im Sales und Sales Pitches sind schwieriger zu handhaben als…
Anamarija: Vielleicht.
Dominka: …als Cold Calling?
14:26Anamarija: Ja. Und vielleicht einfach wegen der Menge an Leads, die du betreust. Du hast Meetings, das heißt, das Gespräch dauert länger, und im Laufe des Gesprächs kommen mehr Fragen auf. Im Presales, wenn du Cold Calling machst, hast du Gespräche, die, ich weiß nicht, vielleicht zwei oder drei Minuten dauern, wenn du einen Entscheider am Telefon hast. Und normalerweise bist du auf jede Art von Einwand vorbereitet, der aufkommt, weil du meistens schon weißt, was die Leute fragen werden, welche Pain Points sie haben werden und wie du sie lösen kannst. Wenn jemand einen Pain Point nennt, kannst du zumindest immer sagen: „Hey, das ist eine richtig gute Frage. Das ist ein richtig guter Punkt, den Sie da ansprechen. Ich verbinde Sie mit meinen Kollegen, die Spezialisten in diesem Bereich sind. Lassen Sie uns also einen Termin vereinbaren.“ Und dann diesen Deal zu deinem eigenen Vorteil drehen, weil dein Ziel im Presales ist, einen Termin zu vereinbaren.
15:24Dominka: Da bin ich überhaupt nicht deiner Meinung. Nächstes Jahr habe ich mein zehnjähriges Jubiläum bei OB2B, und dann kannst du dieses Interview mit mir machen. Du wirst eine komplett andere Antwort bekommen. Perfekt. Gut.
15:40Welche Soft Skill hat ihr neue Kunden gebracht? Freiheit
15:40Dominka: Noch etwas, worauf man bei Sales Pitches wirklich achten muss, ist, wie dein Pitch und dein Ansatz auf den Lead ausgerichtet sind, den du von jemandem aus dem Presales bekommen hast. Was glaubst du also, ist die wichtigste Soft Skill, die du hast oder die du in den Sales mitgebracht hast, in deine Zeit als Account Executive? Was war etwas, wo du denkst: Das war ein wirklich wichtiger Punkt, den ich gelernt habe, und der hat mir neue Kunden gebracht?
16:19Anamarija: Oh, das ist eine leichte Frage. Ganz klar das Dekolleté. Na ja… Nein, das war ein Witz. Das war ein richtig sexistischer Witz. Tut mir leid. Aber es stimmt.
16:40Anamarija: Die Antwort, die wahre Antwort, ist also die Freiheit, die du durch das Cold Calling gewinnst. Denn wenn du anfängst, hast du ziemlich Angst. Du weißt nicht, was passieren wird. Du hast Angst vor jedem Call: wer auf der anderen Seite sein wird, wie sie reagieren werden und so weiter. Und dann gewinnst du mit der Zeit einfach eine Art Freiheit. Du befreist dich einfach von all diesen Ängsten. Und das ist etwas, das im Sales passiert ist, wo du diese Freiheit annehmen, improvisieren und verschiedene Dinge ausprobieren kannst. Das hat für mich persönlich einen riesigen Unterschied gemacht. Für jemand anderen kann es etwas anderes sein, aber für mich ist es die Freiheit und die Improvisation, die ich hatte. Und natürlich nicht, sich über jemanden lustig zu machen, sondern dabei Spaß zu haben. Einfach Humor in alles einzubauen, kann sehr helfen, vor allem beim Aufbau der Beziehung und des Vertrauens. Definitiv Improvisation und Freiheit.
17:53Dominka: Ja. Okay. Da stimme ich dir vielleicht zu.
Anamarija: Vielleicht tust du das.
17:59Wann kam der Wechsel ins After-Sales?
17:59Dominka: Wie viel Zeit haben wir noch? Okay. Wir sind ein bisschen vorgesprungen. Du hast 2015 angefangen, oder?
Anamarija: Ja.
Dominka: Es werden zehn Jahre. Wir waren also in… 2017?
Anamarija: Ja, sagen wir.
Dominka: Und dann waren wir in 2020. Und wann hast du mit dem After-Sales-Teil angefangen?
18:50Anamarija: Mit dem After-Sales? Ich würde sagen, 2022, vielleicht. Aber ich hatte schon vorher mehrere Projekte, weil es so einfacher zu steuern war. Als ich mit dem After-Sales angefangen habe, oder mit der Projektbetreuung, wenn man so will, waren es am Anfang vor allem Kunden, die aus anderen Ländern kamen statt aus der DACH-Region. Polen war zum Beispiel eigentlich eines der ersten Projekte, die ich geleitet habe, oder, ich weiß nicht, Finnland und so weiter. Mit der Zeit ist die Zahl der Projekte einfach gestiegen. Es war also ziemlich natürlich. Wie wir am Anfang dieser Folge gesagt haben, war es einfach ein Flow, weil ich immer irgendwo in Projekte reingeschnuppert habe: nicht nur als BDR an Projekten gearbeitet, sondern auch ein paar Dinge geleitet, die ebenfalls zu meinem Job gehören, während ich die Projekte betreut habe. Es war also ziemlich natürlich, und es ist ein bisschen schwer festzumachen, ab welchem Punkt über die Jahre ich das After-Sales übernommen habe.
19:56Dominka: Okay, aber ich glaube, seit zwei Jahren machst du nichts anderes mehr als After-Sales?
Anamarija: Ja, ich glaube schon. Ja.
Dominka: Okay. Okay, gut.
20:13Presales, Sales oder After-Sales: Was ist am schwierigsten?
20:13Dominka: Welchen von diesen drei Bereichen im Sales findest du am schwierigsten?
20:24Anamarija: Am schwierigsten war der Presales-Teil.
Dominka: Ja?
Anamarija: Ja. Als ich BDR war. Das ist das, wo du nicht einfach nur deinen Job machst, also einfach den Hörer abnimmst, einfach die E-Mails verschickst; du musst wirklich darüber nachdenken, was du tust. Und es kostet ehrlich gesagt viel Energie, also Hut ab vor allen unseren BDRs. Es kostet viel Energie, du selbst zu sein und dich an jede Art von Situation anzupassen, in der du bist, weil du mit jedem Call zwischen Situationen wechselst. Aber es ist auch sehr lohnend, weil du deine Ergebnisse sehr, sehr schnell siehst. Ich würde also sagen, der Presales-Teil ist definitiv der schwierigste, aber eigentlich auch der lohnendste.
21:20Dominka: Da bin ich wieder überhaupt nicht deiner Meinung. Aber das gefällt mir.
21:28Wie wird ein unsicherer Neukunde zum langfristigen Partner?
21:28Dominka: Ich habe eine Frage, die ich mir aufgeschrieben habe, und ich kann es kaum erwarten, sie laut vorzulesen. Es ist eine After-Sales-Frage: Kannst du ein Beispiel erzählen, wie du eine schwierige Situation nach dem Verkauf in einen zufriedenen, langfristigen Kunden verwandelt hast?
21:47Anamarija: Du meinst, als ich einen Kunden hatte, bei dem ich etwas regeln musste, um ihn zu einem langfristigen Kunden zu machen?
Dominka: Ja.
Anamarija: Oder… das passiert ständig.
Dominka: Okay.
22:00Anamarija: Okay. Ja, manchmal, und das ist ganz natürlich, würde ich sagen, bekommst du einen Partner, einen neuen Kunden, der Angst vor der Zusammenarbeit hat. Er hat das noch nie gemacht. Er hat seine eigenen Wünsche, seine eigenen Erwartungen und so weiter, was völlig natürlich und in Ordnung ist. Und das ist im Moment das Schönste an meinem Job: Mit unserer Arbeit, mit allem, was wir tun, mit unserer Transparenz sehen wir, wie sie mit der Zusammenarbeit zufrieden werden. Wir bringen ihnen Ergebnisse, die sie auch zufrieden machen. Ehrlich gesagt ist das etwas, das für sie wirklich wichtig ist. Und dann entscheiden sie sich, unsere Zusammenarbeit nicht nur fortzusetzen, sondern sie vielleicht sogar zu erweitern. Das ist dieses Jahr mit einem meiner Partner passiert, und das hat mich wirklich, wirklich glücklich gemacht, weil ich dachte: Hey, die sind ziemlich, ich weiß nicht, unsicher. Vielleicht bleiben sie also einen Monat oder zwei bei uns. Am Ende haben sie das Projekt tatsächlich erweitert, sie haben noch einen BDR dazugenommen, unser Team ist also gewachsen, und wir arbeiten seit mehr als sechs Monaten mit ihnen. Von der ersten Position bis heute ist das eine riesige Veränderung.
23:14Kunde nach zwei Monaten unzufrieden: Was jetzt?
23:14Dominka: Ja, ich erinnere mich an eine noch schlimmere Situation, die du hattest, mit einem Kunden, der nach zwei Monaten richtig unzufrieden war. Sie haben schon Signale gesendet, oder dich zumindest wissen lassen, dass sie mit der Zusammenarbeit nicht wirklich zufrieden sind und aufhören wollen. Und dann bist du mit einer neuen Liste gekommen, einer neuen Idee, einem neuen Ansatz, und wir haben sie noch mehrere Monate gehalten.
23:47Anamarija: Ja, das kann auch passieren.
Dominka: Ich weiß nicht, ob du weißt, von wem ich spreche.
Anamarija: Im Moment nicht.
Dominka: Es war eine Schweizer Firma.
24:02Anamarija: Okay. Ja, jetzt verstehe ich. Ja, manchmal kann es passieren, dass die Strategie, die wir am Anfang des Projekts gemeinsam festgelegt haben, einfach nicht die richtige ist. Manchmal braucht es Zeit, bis man merkt: Hey, das funktioniert nicht. Und natürlich wird dein Kunde nicht zufrieden sein, weil es nicht funktioniert. Aber das wirklich Wichtige ist, Haltung zu zeigen. Ich meine nicht, Haltung zeigen und ihnen eine reinhauen, sondern Haltung zeigen und sagen: „Hören Sie mir zu. Lassen Sie uns etwas ausprobieren, bei dem ich ein Bauchgefühl habe oder Erfahrung habe. Lassen Sie es uns mit einer anderen Liste versuchen. Lassen Sie es uns mit einer anderen Branche versuchen. Und dann sehen wir, ob das funktioniert. Ich habe das Gefühl, dass es funktionieren wird, aber lassen Sie es uns testen, wenn Sie für diese Lösung offen sind.“ Wenn das also passiert, musst du immer Haltung zeigen, die Strategie ändern und sagen: „Hey, hören Sie mir zu. Darin bin ich richtig gut. Lassen Sie uns das machen.“
24:58Partner statt Endkunden: der Wechsel, der funktioniert hat
24:58Anamarija: Es gibt auch ein Beispiel, wo wir ein anderes Projekt gestartet haben. Wir haben angefangen, die Endkunden zu kontaktieren, aber die Ergebnisse waren richtig schlecht. Richtig, richtig schlecht. Also haben wir vorgeschlagen, Firmen zu kontaktieren, bei denen wir uns als Partner vorstellen können, statt einfach, ich weiß nicht, neue Kunden zu akquirieren. Und das war auch ein Wendepunkt, weil es unserem Kunden so viele neue Partnerschaften gebracht hat, und neue Projekte innerhalb dieser Partnerschaften. Und nach einer Weile hatten wir mehr als drei Jahre zusammengearbeitet, zu verschiedenen Zeiten im Jahr: Wir haben zwei oder drei Monate gearbeitet, dann pausiert, und dann wieder. Und wegen dieses Ansatzes konnten sie sogar noch einen Mitarbeiter einstellen. Sie sind an diesem Punkt also richtig gewachsen. Das hat nicht nur mich, sondern alle, die mit dieser Partnerschaft zu tun hatten, richtig glücklich gemacht, weil es uns wirklich, wirklich effizient gezeigt hat, wie eine Änderung des Ansatzes allen nützen kann. Das passiert also ständig.
26:16Wo sieht sich Anamarija in zehn Jahren?
26:16Dominka: Okay. Gut. Letzte Frage. Wo siehst du dich in zehn Jahren?
26:22Anamarija: Hoffentlich lebe ich dann noch.
Dominka: Oh ja. Ich auch.
26:27Anamarija: Nein, ich weiß nicht. Ich bin wirklich nicht der Mensch, der so weit in die Zukunft schauen kann; ich habe lieber ein paar kleinere Ziele und gehe auf sie zu. Aber ich sehe uns bei OB2B definitiv ein bisschen größer, vielleicht mit mehr Mitarbeitern, vielleicht mit ein paar veränderten Perspektiven, weil ich sehe, dass wir uns immer, wenn etwas Neues passiert, wirklich, wirklich schnell anpassen, wie wir schon millionenfach über KI gesprochen haben, die gerade ziemlich neu ist. Und dann mal sehen, vielleicht werden wir ein riesiges Enterprise-Unternehmen, das viele andere Firmen aufkauft. Und wir werden reich.
27:13Dominka: Gut. Na, erinnerst du dich an diese Fragen, die ich dir gestellt habe? Du wirst mich nächstes Jahr um diese Zeit zum selben Thema interviewen, vielleicht?
Anamarija: Abgemacht.
Dominka: Das war's. Danke für deine Perspektive und deinen Rückblick auf zehn Jahre Sales, die du, kann ich sagen, sehr erfolgreich gemacht hast.
Anamarija: Danke.
Dominka: Und ich bin wirklich froh, bisher ein Teil deines Weges gewesen zu sein.
Anamarija: Ich bin auch wirklich froh.
27:40Dominka: Gut. Ja, das war's. Wir sind fertig mit unserer dreiunddreißigsten Folge. Mehr oder weniger. Ja. Perfekt. Das ist unsere dreiunddreißigste Folge von Dialing Out, dem OB2B Podcast. Schaut euch gerne jedes Mal die ganze Folge an. Wenn ihr das nicht getan habt…
Anamarija: Ist das schade.
Dominka: Ist das schade. Und vor euch liegen sehr gemütliche Wochenenden. Also schnappt euch eine Decke, euer iPad, euren Laptop oder was auch immer und bingt unsere 32, plus diese Folge.
Anamarija: Vierunddreißigste?
Dominka: Dreiunddreißigste. Ja. Nein… Du hast nicht ganz zugehört, was ich gesagt habe. Danke. Abonniert, kommentiert.
28:41Anamarija: Fügt uns auf LinkedIn hinzu.
Dominka: Findet uns auf LinkedIn und fügt uns auf LinkedIn hinzu. Das war's. Ja. Wir rocken das. Tschüss, alle zusammen.
Verwandte Folgen
DEAuswandern nach Kroatien: Jennys Neustart – ohne Sprache, mit Kind & Job
Folge 44 der Reihe Dialing Out. Dominka spricht mit Jennifer „Jenny“ Jung, BDR bei OB2B, über ihren Neustart: aus einem Dorf in NRW über Österreich nach Kroatien, ohne Kroatisch, ohne Familie vor Ort, aber mit kleinem Sohn und mit Plan A und Plan B.
DEQuereinsteiger im B2B-Vertrieb: So schafft’s jeder in Cold Calling & Outbound
Folge 32 der Reihe Dialing Out. Dominka spricht mit Nina Debeljak, BD Strategist (BDS) bei OB2B, über den Quereinstieg in den B2B-Vertrieb. Beide haben Germanistik studiert und unterrichtet und alles über Vertrieb erst bei OB2B gelernt. Laut Dominka sind rund 99 Prozent des Teams Quereinsteiger.
DEEvolution im Presales: Wie moderne B2B-Teams Outbound & KPIs neu denken
Folge 31 der Reihe Dialing Out. Dominka Babić, COO von OB2B, spricht mit Franjo Papec, BDR bei OB2B, über die Evolution im Presales. Das Thema entsteht spontan, und auch der Podcast selbst ist „Teil unseres Presales“, sagt Dominka.