Time Management im BDR-Leben
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In dieser Folge
Folge 9 der Reihe Dialing Out. Dominka spricht mit Marijana, seit über 2 Jahren BDR bei OB2B, die ihre Rolle in Teilzeit aus dem Homeoffice meistert — neben dem Leben mit einem kleinen Kind. Wie schafft sie es, in 4 Stunden alles zu erledigen, was andere in 8 nicht hinbekommen?
Es geht um Time Blocking, Clockify, CRM-Stages als Priorisierungs- Tool, die Eisenhower-Methode und die echte Frage: Wie zieht man die Grenze zwischen Job und Privatleben, wenn beides am selben Schreibtisch passiert? Plus Game Time: zwei Mythen und eine Wahrheit.
Lesezeit: 7 Minuten
Wir besprechen
- Homeoffice und Störfaktoren — was wirklich ablenkt
- Das Sprichwort „Verschiebe nicht auf morgen“ — selektiv anwenden
- Fester Zeitslot vs. flexibler Arbeitstag
- 4 Stunden Teilzeit — und alles drin
- Time-Management-Tools — CRM und Clockify im Alltag
- Tägliche Routine: aufstehen, fertig machen, Laptop an
- Zeitblöcke statt Multitasking
- Telefonate vor 9 Uhr: warum das funktioniert
- Priorisierung über CRM-Stages: Empfang, Reach, Opportunity
- Aufgaben verschieben — bis zu welcher Grenze
- Die Eisenhower-Methode in der Praxis
- Handy als Störfaktor: ausschalten, blocken oder zur Pause
- Arbeiten mit Kind: Oma-Backup und feste Rituale
- Sport als Ventil
- Klare Grenzen zwischen Job und Privatleben
- Teamgefühl trotz Teilzeit
- Game Time — Zwei Mythen und eine Wahrheit
Show Notes
Homeoffice und Störfaktoren
Im Homeoffice ist der größte Störfaktor weg — die Kollegen. Stattdessen gibt es kleine Unterbrechungen wie den Postboten oder die Waschmaschine. Wer das bewusst nimmt, gewinnt durch die ruhigere Umgebung mehr Fokus.
- Im Büro: ständige kurze Gespräche, Rauchpausen, Kaffeerunden.
- Im Homeoffice: minimale Ablenkungen, dafür mehr Eigenverantwortung.
- Kaffee einladen ist tabu — im Homeoffice wird gearbeitet, nicht entertaint.
„Verschiebe nicht auf morgen" — mit Augenmaß
Das Sprichwort ist nicht absolut. Wenn der Tag voll mit Briefings ist und eine Aufgabe legitim auf morgen passt, dann gehört sie auf morgen. Entscheidend: nie unbegrenzt aufschieben.
- Termin-Versprechen einhalten — wenn der Kontakt „übermorgen" sagt, dann genau dann melden.
- Vage Empfangs-Auskünfte sind aufschiebbar — sie haben keinen festen Folgezeitpunkt.
- Maximal eine Woche aufschieben, im Schnitt zwei Tage — länger lohnt sich nie.
Fester Zeitslot statt flexibler Tag
Marijana kommt aus dem Event-Management, wo Tage bis Mitternacht dauern können. Ihre Erfahrung: ein klar definierter Zeitslot (z. B. 8–12 Uhr) ist besser für die mentale Hygiene als ein „immer erreichbar"-Modus.
- Klare Anfangs- und Endzeiten verhindern, dass der Feierabend mental nie eintritt.
- Innerhalb des Slots fokussiert arbeiten — danach wirklich abschalten.
- Ausnahmen sind okay, wenn sie selbst entschieden sind — nicht erwartet.
4 Stunden Teilzeit — und alles drin
Marijana arbeitet 4 Stunden täglich und schafft alles. Der Trick: Organisation und minimal Zeitpuffer. „Wir fahren um 15 Uhr los" heißt in Marijanas Welt: spätestens 15:10 im Auto.
- 4-Stunden-Slot ist eng — jede Minute zählt.
- Mini-Zeitpuffer (5–10 Minuten) eingebaut, ohne sie zur Gewohnheit zu machen.
- Selbstorganisation als Persönlichkeitsmerkmal — wer es nicht von selbst hat, lernt es bewusst.
Tool-Stack — CRM und Clockify
Die zwei wichtigsten Werkzeuge. CRM für Stages und Aufgaben. Clockify für die Zeiterfassung — auch wenn das Stoppen- Vergessen ein bekannter Klassiker ist.
- CRM = Alpha und Omega im Vertrieb — Stages liefern die Priorisierung quasi gratis.
- Clockify zeigt rückblickend, wie viel Zeit wohin floss — wertvolles Selbstgespräch.
- Vergessen zu stoppen passiert — am nächsten Tag korrigieren, kein Drama.
Tägliche Routine
Aufstehen, Kaffee, fertig machen (ja, auch Zähne putzen, auch im Homeoffice). Erst dann an den Laptop. Die Routine signalisiert dem Kopf: jetzt ist Arbeitsmodus.
- Pyjama-Mythos: Nein — im Homeoffice gehört zumindest Alltagskleidung dazu.
- Interne Mails first — Tagesplan justieren, bevor die Calls starten.
- Clockify an, sobald die erste Aufgabe beginnt — kein Aufschieben.
Zeitblöcke statt Multitasking
Marijana hat es kunterbunt versucht — Anrufe, Mails, Teams- Nachrichten parallel. Ergebnis: alles wurde langsamer. Time Blocking ist die Lösung.
- Multitasking ist im Vertrieb ein Phantom — es schadet messbar.
- Block für Telefonate, Block für Mails, Block für interne Kommunikation.
- Innerhalb des Blocks alle anderen Reize blocken — auch Teams.
Telefonate vor 9 Uhr
Ein konkreter Trick: die Stunde vor 9 nutzen, weil Marketing- Abteilungen meist erst um 9 starten. Empfang ist da, der Zugang ist klarer. Danach Mails und Vorbereitung.
- Vor 9 Uhr ist die Erreichbarkeit der Marketing-Kontakte niedriger — Empfang dagegen ist da.
- Auch nachmittags sinnvoll, wenn morgens keiner ans Telefon geht.
- Zielgruppen-spezifische Optimierung — keine Pauschallösung für alle Branchen.
Priorisierung über CRM-Stages
Die Pipeline-Stages sind das eigentliche Priorisierungs-Tool. Empfang, Telefonie am Reach, Opportunity — wer in welcher Stage liegt, bestimmt die Reihenfolge des Tages.
- Opportunities zuerst — verlorene Termine kommen selten zurück.
- Reach (echter Ansprechpartner erreicht) als zweite Priorität.
- Empfang-Kontakte als letzte Stufe — sie warten geduldig.
Die Eisenhower-Methode
Marijana hat im Team-Meeting die Eisenhower-Methode vorgestellt. Vier Quadranten: wichtig + eilig (sofort), wichtig + nicht eilig (planen), nicht wichtig + eilig (delegieren), nicht wichtig + nicht eilig (canceln).
- Wichtig + eilig: sofort erledigen — keine Diskussion.
- Wichtig + nicht eilig: feste Zeit dafür reservieren — nicht aufschieben.
- Nicht wichtig + eilig: delegieren oder vereinfachen — z. B. Backup-Meetings, bei denen man nicht zwingend dabei sein muss.
- Nicht wichtig + nicht eilig: canceln — wie alte Klamotten, die nie wieder getragen werden.
Handy als Störfaktor
Komplett ausschalten geht nicht — manchmal sind echte Nachrichten dabei. Lösung: Zeitblöcke. Wer 90 Minuten fokussiert arbeitet, schaut nicht aufs Handy. Pause = bewusste Handy-Zeit.
- Innerhalb des Zeitblocks Handy beiseite — Benachrichtigungen ignorieren.
- 5 Minuten Pause = bewusste Handy-Zeit, dann wieder weg.
- Lange Arbeitsblöcke (8 Stunden) brauchen kleine Handy- Pausen — 4 Stunden lassen sich ohne aushalten.
Arbeiten mit Kind
Marijana ist seit über 1.5 Jahren Mutter. Die Lösung: feste Übergabe an die Oma morgens, klares Ritual („Mama geht arbeiten, ist um 12 zurück"). Beide Seiten wissen, wann was passiert.
- Externe Unterstützung ist Pflicht — Oma, Tante, Kita.
- Klares Ritual mit dem Kind — Mama winkt morgens, kommt um 12 zurück.
- Während der Arbeit nicht „nachschauen" gehen — das verwirrt das Kind und stört den Fokus.
Sport als Ventil
Mutter-sein ist 24/7. Wenn das Kind nachts nicht schläft, juckt das den Arbeitsalltag trotzdem nicht — also braucht es ein Ventil. Bei Marijana: mindestens zweimal Sport pro Woche.
- Sport zweimal pro Woche als nicht-verhandelbare Selbst- fürsorge.
- Andere Ventile sind genauso legitim — Hauptsache, es gibt eines.
- Ohne Ventil leidet die Konzentration im Arbeitsslot.
Klare Grenzen Job ↔ Privatleben
Laptop aus = Job aus. Ausnahmen sind okay, wenn sie selbst entschieden sind. Wichtig: das Verständnis der Kollegen und des Arbeitgebers — Teilzeit funktioniert nur, wenn beide Seiten die Regeln respektieren.
- Laptop zu, Feierabend startet — keine Mail-Checks am Sofa.
- Ausnahmen aus eigener Entscheidung, nicht aus erwarteter Verfügbarkeit.
- Arbeitgeber-Verständnis ist Voraussetzung — sonst funktioniert das Modell nicht.
Teamgefühl trotz Teilzeit
Sales Meetings finden auch nachmittags statt. Marijana macht mit, weil sie Teil des Teams sein will — und weil sie sich weiterbildet. Headset auf, Kind schläft, Meeting läuft.
- Teilzeit ≠ am Rande sein — Meetings nach der Schicht sind bewusst integriert.
- Weiterbildung läuft über Sales Meetings — keine reine Pflichtveranstaltung.
- Team-Verständnis macht den Unterschied — beidseitiges Vertrauen ist Pflicht.
Game Time — Zwei Mythen und eine Wahrheit
Drei Runden: Sales Call, Time Management, Remote Arbeiten mit Kind. Erkenntnisse: Leads brauchen im Schnitt 7 Kontakte bis zur Konversion, Time Blocking hilft messbar, flexible Arbeitszeiten sind der Schlüssel für die Vereinbarkeit von Familie und Job.
- Mythos: „Der beste Sales-Call ist immer morgens 8–10" — stimmt nicht, hängt von Branche und Abteilung ab.
- Wahrheit: „7 Kontakte sind im Schnitt nötig, bis ein Lead konvertiert" — selten genug versucht.
- Wahrheit: „Flexible Arbeitszeiten sind der Schlüssel" — Erfolg in Teilzeit ist möglich, Marijana ist das lebende Beispiel.
Wichtigste Erkenntnisse
- Time Management entscheidet im BDR-Job: Wer die kleinen Unterbrechungen managt, gewinnt Fokus.
- Feste Zeitslots sind besser als flexible Tage — die mentale Hygiene profitiert.
- Multitasking schadet messbar — Zeitblöcke sind der Produktivitätshebel.
- CRM-Stages liefern die Priorisierung quasi gratis — Opportunities zuerst.
- Eisenhower-Methode trennt Wichtigkeit und Eile — vier Quadranten, klare Entscheidungen.
- Handy beiseite während des Zeitblocks — bewusste Pausen statt ständigem Reichen.
- Mit Kind klare Rituale etablieren — externe Unterstützung ist kein Schwäche-Zeichen.
- Sport oder ein anderes Ventil ist nicht-verhandelbar — sonst leidet die Konzentration im Slot.
- Laptop aus = Job aus — Teilzeit funktioniert nur mit klarer Grenze.
- 7 Kontakte im Schnitt bis zur Lead-Konversion — viele BDRs geben zu früh auf.
Pull Quotes
„Multitasking ist im Vertrieb ein Phantom — es schadet messbar.“
„Laptop zu, Feierabend startet — keine Mail-Checks am Sofa.“
„Mutter-sein ist 24/7 — also braucht der Arbeitstag ein Ventil.“
Gast
Marijana Botica — BDR, OB2B
Dominka Babić — COO, OB2B (Host)
FAQ
Wie strukturiert man einen Teilzeit-BDR-Arbeitstag?
Zeitblöcke statt Multitasking. Telefonate vor 9 Uhr, dann Mails, Vorbereitung, weitere Calls. CRM-Stages liefern die Priorisierung. Clockify hilft beim Selbstmonitoring.
Welche Tools sind unverzichtbar für gutes Time Management?
CRM als zentrales Werkzeug für Stages und Aufgaben. Clockify (oder vergleichbar) für die Zeiterfassung. Beides zusammen ergibt die Pipeline und das Selbstbild der Arbeitswoche.
Was ist die Eisenhower-Methode und wann hilft sie?
Vier Quadranten nach Wichtigkeit und Eile: sofort erledigen, planen, delegieren oder canceln. Hilft besonders, wenn der Tag mit Aufgaben überquillt und Priorisierung schwerfällt.
Wie zieht man als Remote-BDR die Grenze zwischen Job und Privatleben?
Laptop aus = Job aus. Klare Anfangs- und Endzeiten. Ausnahmen aus eigener Entscheidung, nicht aus erwarteter Verfügbarkeit. Und ein Ventil außerhalb der Arbeit — Sport, Hobby, was auch immer.
Funktioniert Teilzeit im B2B-Outbound überhaupt?
Ja. Marijana arbeitet seit über zwei Jahren in Teilzeit erfolgreich als BDR. Organisation, Zeitblöcke, klare Priorisierung und gegenseitiges Vertrauen mit dem Team machen es möglich.
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