BDR Insight: Frisch im Sales
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In dieser Folge
Folge 8 der Reihe Dialing Out. Dominka spricht mit Nicole, die seit knapp 9 Monaten als BDR bei OB2B arbeitet. Davor: Customer Service, introvertiert und „kein Vertriebsmensch“. Heute: stabile Ergebnisse und ein klarer Blick darauf, wie der Einstieg ins Cold Calling wirklich abläuft.
Es geht um den ersten echten Call, wie Onboarding den Unterschied macht, warum auch Introvertierte am Telefon brillieren — und wie man Selbstzweifel sortiert, statt sich davon aufhalten zu lassen. Plus Game Time: Alias, Sales-Edition.
Lesezeit: 7 Minuten
Wir besprechen
- Was ein BDR eigentlich tut — und warum man es schwer erklärt
- Wie Nicole als Anti-Sales-Introvertierte zur BDR-Rolle kam
- Erste Erfahrungen beim Einstieg: Telefonangst und der erste echte Call
- Warum Onboarding der entscheidende Hebel beim Start ist
- Telefonieren im Privatleben — und warum es nichts mit dem Job zu tun hat
- Eigenschaften eines guten BDRs: kommunikativ, einfühlsam, anpassungsfähig
- Den eigenen Stil bewahren — Authentizität schlägt Performance
- Umgang mit Ablehnung — der Perfektionismus-Falle entkommen
- Wie ein erfolgreiches Telefonat wirklich aussieht
- Feedback statt Meeting — auch ein „Nein“ ist verwertbar
- Tagesablauf eines BDRs: Kaffee, Mail-Check, Prioritäten
- Ziele setzen ohne sich selbst zu zerlegen
- Objektive Faktoren erkennen — wann nicht du der Grund bist
- Positive Aspekte des Vertriebs — Dynamik schlägt Monotonie
- Game Time — Alias, Sales-Edition
Show Notes
Was ein BDR eigentlich tut
E-Mails schreiben, telefonieren, Meetings vereinbaren — für die Klienten der Agentur. Klingt simpel. Es Eltern oder Freunden zu erklären, ist trotzdem schwer, weil sich Projekte und Branchen ständig ändern.
- Die Tätigkeit lässt sich kurz zusammenfassen — aber nicht statisch.
- Jedes Projekt bringt neue Themen, neue Pitches, neue Zielgruppen.
- Eltern fragen jedes Mal wieder „Was machst Du eigentlich genau?“ — das gehört zum Job.
Wie Nicole BDR wurde
Nicole war strikt gegen Vertrieb. Als Introvertierte hat sie sich nicht im Sales gesehen. Eine OB2B-Anschrift hat sie nur deshalb angenommen, weil sie sich gesagt hat: „Ich habe nichts zu verlieren.“
- Vorher Customer Service — der Sprung in Outbound war nicht geplant.
- Selbstdiagnose Introvert — Vertrieb passte angeblich nicht.
- Mantra: „Du hast nichts zu verlieren“ — der Schritt allein war die halbe Miete.
Erste Erfahrungen beim Einstieg
Die ersten Anrufe waren zermürbend — Nummer eingeben, zögern, wählen, hängen. Nach ein paar Calls kam die Routine. Ein erstes schlimmes Telefonat — der Ansprechpartner hat „rumgebohrt“ — war fast eine Kündigungs-Panik.
- Vor dem ersten Anruf 5 Minuten Zögern — das ist normal, nicht das Ende der Welt.
- Ein „rumbohrender“ Ansprechpartner kann den ganzen Tag kippen, wenn man neu ist.
- Nach dem Gespräch mit Martin sortierte sich die Panik — sie war keine Bedrohung mehr.
Onboarding ist der Hebel
Ohne strukturiertes Onboarding wäre Nicoles Start nicht gelungen. Martin (Quality Assurance Manager) hat alles erklärt, was wann im Gespräch passiert. Theorie ohne Praxis bleibt aber abstrakt — der wirkliche Aha-Effekt kam mit den ersten echten Anrufen.
- Onboarding mit echtem Coaching — keine PowerPoint-Lektüre, sondern Gesprächs-Simulationen.
- Mitgefühl im Coaching ist Pflicht — der erste echte Call kommt sowieso.
- Theorie sortiert sich erst durch Praxis — Onboarding ist nicht das Ende, sondern der Anfang.
Telefonieren im Privatleben
Nicole telefoniert privat nicht gerne — der Ton ist immer aus, unbekannte Nummern werden ignoriert. Erkenntnis: Privates Telefonierverhalten sagt nichts über die Eignung im Cold Calling.
- Privater Telefon-Muffel kann am Telefon-Job glücklich sein.
- Telefonische Umfragen werden — als „gutes Karma“ — bewusst beantwortet.
- Die Hemmung im Privatleben kommt eher von Zeitdruck als von der Telefonie selbst.
Eigenschaften eines guten BDRs
Kommunikativ, Mitgefühl, Anpassungsfähigkeit — die Klassiker. Wichtig: den eigenen Touch behalten. Wer am Telefon eine Rolle spielt, wirkt unauthentisch. Authentizität schlägt Performance.
- Kommunikativ heißt nicht laut — auch Introvertierte kommunizieren stark, nur anders.
- Mitgefühl mit dem Gegenüber öffnet mehr Türen als jede Schlagfertigkeit.
- Anpassungsfähigkeit + eigener Stil = das wahre Gleichgewicht.
Den eigenen Stil bewahren
Nicoles Stil: „freundlich, manchmal überfreundlich“. Das kommt bei den Ansprechpartnern an, weil es authentisch ist. Andere Kolleg:innen sind direkter — kein Stil ist „besser“, solange er echt ist.
- Sich selbst nicht verstellen — die Person am Telefon muss wiedererkennbar bleiben.
- „Überfreundlich“ schlägt „professionell, aber kalt“ in vielen Fällen.
- Direktere Kolleg:innen können genauso erfolgreich sein — Authentizität ist der gemeinsame Faktor.
Umgang mit Ablehnung
Die ersten Ablehnungen haben Nicole Tränen gekostet. Ursache: Perfektionismus, nicht der Ansprechpartner. Mit der Zeit kam die Erkenntnis — Ablehnung ist Teil des Jobs, nichts Persönliches.
- Perfektionismus ist im Vertrieb ein Hindernis — Calls sind nie „perfekt“.
- Ablehnung als Job-Realität annehmen — nicht als persönliche Bewertung.
- Sich kaputtzumachen lohnt sich nicht — für wen und wofür denn?
Wie ein erfolgreiches Telefonat aussieht
Idealfall: durch die Zentrale durchkommen, den Ansprechpartner erreichen, ein konkretes Gespräch führen. Ein „Nein“ mit Begründung ist auch ein Erfolg — Hauptsache, der Pitch ist nicht ins Leere gelaufen.
- Erstes Ziel: Ansprechpartner erreichen, nicht sofort Meeting buchen.
- Konkretes Feedback (auch ein begründetes Nein) hat Pipeline-Wert.
- Den Pitch jedes Mal blind rauszuhauen bringt nichts — kategorisieren und anpassen.
Mail und Telefon — die zwei Werkzeuge
Manche Zusagen kommen direkt im Call, andere erst über die Nachfolgemail. Beide Kanäle gehören zusammen — wer nur eines nutzt, verliert die andere Hälfte der Pipeline.
- Direkter Termin oder Nachfolge-Mail — beide Wege sind legitim.
- Mail nach dem Call hält den Lead warm — selbst bei zähen Ansprechpartnern.
- Nicht jedes „heute kein Bedarf“ ist endgültig — in zwei Wochen sieht es vielleicht anders aus.
Tagesablauf eines BDRs
Morgens Kaffee (früher Tee), parallel Mail-Check und Prioritäten-Sortierung pro Projekt. Vor jedem Gespräch 10–15 Sekunden mentale Vorbereitung — das gibt Sicherheit und Struktur.
- Kaffee und Mail-Check als Aufwärm-Ritual — kleine Anker gegen den Morgenmuffel.
- Prioritäten pro Projekt definieren, dann erst telefonieren.
- 10–15 Sekunden vor jedem Call: Was kann ich erwarten? Was brauche ich vom Ansprechpartner?
Ziele setzen — ohne sich selbst zu zerlegen
Nicole ist ehrgeizig und selbstkritisch. Aber: nicht jeder schwache Tag ist ihr Verschulden. Briefings mit Projekt- managern helfen, objektive Faktoren von eigenen Fehlern zu trennen.
- Selbstkritik ist gesund — Selbstzerstörung nicht.
- Projektmanager-Briefings als externer Spiegel — sie sehen, was die BDR übersieht.
- Manchmal stimmt die Quote, der Pitch, alles — nur der Markt will gerade nicht.
Objektive Faktoren erkennen
Politische Lage, Marktstimmung, Saisonalität, schlecht vorqualifizierte Leads — alles Faktoren, die einen schwachen Output erklären können. Bevor man am eigenen Pitch zweifelt, die externen Faktoren prüfen.
- Markttiming spielt eine Rolle — manchmal wollen die Leute einfach gerade nicht investieren.
- Lead-Qualifizierung im Voraus prüfen — schlechte Listen sind kein Pitch-Problem.
- Hochs und Tiefs gehören dazu — Vertrieb ist nie konstant.
Positive Aspekte des Vertriebs
Nach 9 Monaten sieht sich Nicole tatsächlich im Vertrieb. Was sie liebt: keine Monotonie. Jeder Tag ist anders, jeder Ansprechpartner anders, jedes Briefing neu. Dynamik ist der eigentliche Motivator.
- Dynamik schlägt Routine — kein Tag gleicht dem anderen.
- Vertrieb ist nicht „Talent ab Geburt“ — auch Quereinsteiger finden sich.
- Konsistenz im Auftreten, Wechsel in den Themen — die Mischung macht es.
Game Time — Alias, Sales-Edition
Begriffe aus dem Sales-Alltag erklären, ohne sie zu benennen. Onboarding, Kaltakquise, Homeoffice, Ansprechpartner, CRM, Leads, Meeting, DACH-Region, Telefonzentrale, Empfang, Telefonat — die Mini-Übung zeigt, wie tief der Begriffsalltag schon sitzt.
- Begriffe wie „Telefonzentrale“ oder „Ansprechpartner“ sind Insider-Reflex.
- CRM, Leads, Pipedrive — der BDR-Vokabular wächst in den ersten Wochen exponentiell.
- Ein BDR weiß intuitiv, was DACH-Region heißt — Außenstehende müssen es erklärt bekommen.
Wichtigste Erkenntnisse
- Privates Telefonierverhalten sagt nichts über die Eignung im Cold Calling.
- Auch Anti-Sales-Introvertierte können im Vertrieb erfolgreich und glücklich werden.
- Onboarding ist der Hebel — Theorie und Praxis müssen sich durchmischen, damit es klickt.
- Den eigenen Stil bewahren ist wichtiger als „professionell wirken“ — Authentizität schlägt Performance.
- Ablehnung ist Job-Realität, nicht persönliche Bewertung — der Perfektionismus-Reflex kostet mehr, als er bringt.
- Ein „Nein“ mit Begründung ist ein verwertbares Feedback — nicht jeder Erfolg ist ein Meeting.
- Bevor man den eigenen Pitch zerlegt, objektive Faktoren prüfen — Markt, Listen, Timing.
- Dynamik ist der Motivator im Vertrieb — keine Monotonie, jeden Tag etwas Neues.
Pull Quotes
„Du hast nichts zu verlieren — der Schritt allein ist die halbe Miete.“
„Authentizität schlägt Performance — der eigene Stil bleibt der wertvollste Touch.“
„Ein begründetes Nein ist auch ein Feedback — Pipeline-Wert ohne Termin.“
Gast
Nicole Šota — BDR, OB2B
Dominka Babić — COO, OB2B (Host)
FAQ
Kann ich als Introvertierte:r BDR werden?
Ja. Cold Calling läuft 1:1, ohne Auditorium. Introvertierte hören oft genauer hin, lesen Stimmsignale präziser und bauen sehr stabile Anrufer-Routinen auf. Nicoles Geschichte ist dafür ein konkretes Beispiel.
Wie wichtig ist Onboarding beim Einstieg als BDR?
Entscheidend. Theorie allein reicht nicht — der wirkliche Aha-Effekt kommt mit den ersten echten Anrufen. Strukturierte Begleitung (Coaching, Gesprächs-Simulationen, ehrliches Feedback) macht den Unterschied zwischen Aufgeben und Durchstarten.
Was macht ein BDR an einem typischen Arbeitstag?
Morgens Kaffee, Mail-Check, Prioritäten pro Projekt sortieren. Dann Telefonate, parallel Daten ins CRM eintragen, Briefings mit Projektmanagern, Follow-up-Mails versenden. Vor jedem Call kurz mentale Vorbereitung.
Wie geht man als Anfänger:in mit der ersten harten Ablehnung um?
Es ist normal, dass die erste rauhe Erfahrung mental viel mitnimmt. Hilfreich: mit einem erfahrenen Kollegen besprechen, objektiv prüfen, ob wirklich ein Fehler vorlag, und es als Lernpunkt verbuchen. Nicht persönlich nehmen.
Wann liegt es am Pitch und wann am Markt?
Wenn Quote, Erreichbarkeit und Gesprächsqualität stimmen, aber keine Meetings kommen, liegt es selten am Pitch. Marktstimmung, Saisonalität und Lead-Qualifizierung sind die ersten Faktoren, die geprüft werden sollten.
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