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B2B-Leadgenerierung im deutschsprachigen Raum

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In dieser Folge

Auftaktfolge der Reihe Dialing Out. Kim spricht mit Matija (CEO) und Dominka (Head of Business Development) darüber, warum Telemarketing in DACH nach wie vor ein scharfes Werkzeug ist — und für wen es überhaupt sinnvoll ist. Es geht um die Anfänge von OB2B, den Unterschied zwischen DACH- und UK-Markt, die zwei KPIs, die wirklich zählen, und die Rolle von KI im Vertrieb.

Versprochen wird kein Allgemeinplatz, sondern ehrliche Einordnung darüber, wann B2B-Telefonakquise das beste Instrument ist und wann andere Kanäle besser passen.

Lesezeit: 6 Minuten

Wir besprechen

  • Telemarketing als Vertriebskanal — nicht als Strategie
  • Für wen Telefonakquise funktioniert: ab ca. 4.000 € Average Deal Value
  • Wie OB2B 2015 als Sales Consultancy begann
  • DACH vs. UK: warum der deutschsprachige Markt direkter telefoniert
  • Idealer Kunde: keine Zeit, aber klares Bewusstsein für Outbound-Bedarf
  • Langfristige Zusammenarbeit schlägt kurze Kampagnen
  • Die einfache Formel: Quantität × Qualität
  • Die zwei KPIs, die zählen: Telephone Decision-Maker Reach und Pass Rate
  • ICP-Setup und Iteration in den ersten 2–3 Wochen
  • Personalisierung am Telefon vs. in E-Mail und LinkedIn
  • KI als Werkzeug: warum SDRs nicht verschwinden

Show Notes

Warum Telemarketing in B2B nach wie vor wirkt

Telemarketing ist nicht für jede Firma das richtige Mittel. Ab einem durchschnittlichen Deal Value von rund 4.000 € spielt es seine Stärken aus — Direktheit, Menschlichkeit und schnelles Feedback aus dem Markt.

  • Outbound am Telefon ist nur ein Kanal — kein Geschäftsmodell.
  • E-Mail und LinkedIn sind indirekt; das Telefon bleibt persönlich und direkt.
  • Komplexere Produkte → Telefon liefert Kontext, den E-Mail nicht kann.

Die Anfänge von OB2B

OB2B startete 2015 als Sales Consultancy. Die Logik dahinter war einfach: Wenn wir Vertriebsteams ausbilden können, können wir das gleich selbst für Partner übernehmen — und zwar B2B, weil B2C in DACH zu reguliert ist.

  • Bewusste Entscheidung für B2B statt B2C wegen Regulierung in DACH.
  • Heute Teams aus erfahrenen BDRs und Account Managern, die für Partnerfirmen kalt anrufen.

DACH vs. UK

Der deutschsprachige Markt belohnt direkte Telefonakquise nach wie vor. UK ist gesättigt, weil zu viele englischsprachige Anbieter parallel anrufen — Native-Language-Anrufe in DACH sind dort der klare Differenzierer.

  • DACH: Entscheider gehen ans Telefon und führen Gespräche.
  • UK: dichter Outbound-Verkehr, Mailing wirkt dort relativ besser.
  • Native Sprache im Anruf ist in DACH ein echter Wettbewerbsvorteil.

Wer ist der ideale Kunde?

Firmen, die wissen, dass sie Outbound brauchen, aber selbst keine Zeit haben, es konsequent zu tun. Kurze „Wir probieren mal zwei Wochen“-Kampagnen sind kein guter Match — Outbound braucht Geduld.

  • Klares Bewusstsein für Outbound-Bedarf, aber keine eigenen Ressourcen.
  • Bereitschaft zur langfristigen Zusammenarbeit über mehrere Quartale.
  • Commitment, die generierten Leads konsequent zu bearbeiten — sonst verpufft alles.

Quantität × Qualität

Die Formel ist banal, aber unbestechlich. Ohne genug Adressen im Funnel keine Termine. Ohne ausgebildete Caller keine qualifizierten Termine. Beides muss zusammenpassen.

  • Quantität: ausreichend Leads für statistische Aussagekraft.
  • Qualität: trainierte BDRs, die zuhören und führen.
  • Mut und Übung gehören dazu — die ersten 100 Calls bauen das Selbstvertrauen auf.

Die zwei KPIs, die zählen

Quantitativ messen viele zu viel. Wirklich aussagekräftig sind zwei Werte. Telephone Decision-Maker Reach und Pass Rate verraten, ob die Kampagne funktioniert.

  • TDM Reach: Anteil der Zielfirmen, bei denen der Entscheider am Telefon erreicht wurde.
  • Pass Rate: Anteil der erreichten Entscheider mit echtem Interesse am Produkt.
  • Tägliches Monitoring beider Werte schlägt jeden Monatsbericht.

ICP-Setup und schnelle Iteration

Vor dem ersten Call entsteht ein detailliertes ICP-Profil. Nach zwei bis drei Wochen wird auf Basis echter Markt-Reaktionen nachjustiert — Branche, Headcount, Region.

  • Gute Vorbereitung beginnt beim Partner: welche Kunden kauft er bereits?
  • Bei Neulingen im Markt mit informierter Hypothese starten und früh iterieren.
  • Kommunikation zwischen Agentur und Partner ist der eigentliche Erfolgsfaktor.

Personalisierung — richtig dosiert

Am Telefon ist jedes Gespräch automatisch persönlich, weil man sich dem Gegenüber anpasst. In E-Mail und LinkedIn lohnt sich gezielte Personalisierung — aber nur, wenn sie zur Botschaft passt.

  • Telefon: Tempo, Tonlage und Energie des Gegenübers spiegeln.
  • E-Mail/LinkedIn: nicht jeder „Hi Max“-Trigger ist Personalisierung.
  • Übertriebene Recherche („Wie geht es Ihrem Hund?“) wirkt schnell stalkerhaft.

KI im Vertrieb — Werkzeug, kein Ersatz

Wer 100.000-Euro-Deals abschließen will, redet weiterhin mit Menschen. KI hilft SDRs, produktiver zu werden — Recherche, Notetaking, Skripte — sie ersetzt sie aber nicht.

  • B2B-Käufer mit hohem Auftragswert wollen menschliches Gegenüber.
  • Easy-Way-Out-Mentalität in Outreach (nur E-Mail/LinkedIn) liefert keine SQLs.
  • KI gehört in den Werkzeugkasten — nicht in den Stuhl des BDRs.

Wichtigste Erkenntnisse

  1. B2B-Leadgenerierung via Telemarketing funktioniert ab ca. 4.000 € durchschnittlichem Deal Value.
  2. DACH belohnt direkten Telefonkontakt — UK ist gesättigt.
  3. Outbound ist ein Marathon. Kurzkampagnen liefern selten Ergebnisse.
  4. Die einzigen zwei KPIs, die zählen: TDM Reach und Pass Rate.
  5. ICP wird vor Kampagnenstart definiert und in den ersten Wochen iterativ geschärft.
  6. Personalisierung gehört in E-Mail/LinkedIn — Telefon ist immer persönlich.
  7. KI macht SDRs produktiver, ersetzt aber das menschliche Gespräch nicht.

Pull Quotes

„Outbound ist hart — genau deshalb differenziert es dich vom Wettbewerb.“
„Die Formel ist einfach: Quantität mal Qualität — und Geduld.“
„Wenn 100.000 Euro auf dem Tisch liegen, will der Kunde mit einem Menschen sprechen.“

Gast

Matija RamušćakCEO, OB2B

Dominka BabićCOO, OB2B

KimHost

FAQ

Für wen ist B2B-Telemarketing der richtige Kanal?

Vor allem dann, wenn dein durchschnittlicher Deal Value bei etwa 4.000 € oder höher liegt und deine Käufer direkten, persönlichen Kontakt erwarten — typisch für den DACH-B2B-Markt mit komplexen Produkten.

Wie qualifiziert OB2B Leads?

Vor den ersten Calls entsteht ein detailliertes ICP-Profil. In den ersten zwei bis drei Wochen wird auf Basis echter Marktreaktionen iterativ nachgeschärft — Branche, Unternehmensgröße, Region.

Welche KPIs sind im B2B-Outbound wirklich wichtig?

Telephone Decision-Maker Reach (TDM) und Pass Rate. TDM misst, wie oft der Entscheider erreicht wird; Pass Rate, wie viele davon echtes Interesse zeigen. Beide qualitativ, beide täglich beobachtbar.

Ersetzt KI Cold Calling?

Nein. Bei B2B-Deals im hohen vierstelligen Bereich und darüber erwarten Käufer ein menschliches Gespräch. KI macht SDRs produktiver, ersetzt das Gespräch aber nicht.

Warum DACH und nicht UK?

Der DACH-Markt belohnt direkte Telefonakquise nach wie vor. UK ist durch englischsprachige Anbieter aus aller Welt gesättigt — Mailing wirkt dort relativ besser. Native-Language-Anrufe in DACH sind ein klarer Differenzierer.