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Sales Tools: CRM im B2B-Vertrieb

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In dieser Folge

Folge 12 der Reihe Dialing Out — und der Start unserer Tool-Serie. Dominka spricht mit Anamarija, Projektmanagerin bei OB2B mit fast 10 Jahren Firmen-Erfahrung, über das CRM als Werkzeug, ohne das B2B-Vertrieb heute nicht mehr funktioniert.

Es geht um den Sprung von Excel-Tabellen zu echten CRMs, drei typische Kunden-Konstellationen (kein CRM, schlecht gepflegtes CRM, gut aufgesetztes CRM ohne Pre-Sales-Power), Lead-Hygiene als kritischen Erfolgsfaktor und das, was ein gutes CRM wirklich können muss. Plus Game Time: Would You Rather, CRM- Edition.

Lesezeit: 7 Minuten

Wir besprechen

  • Was ein CRM ist und wofür es im B2B-Vertrieb gebraucht wird
  • Web-basiert vs. On-Premise: welche CRM-Typen es gibt
  • Wie OB2B vor 10 Jahren ohne CRM mit Excel arbeitete
  • Der Wechsel zum CRM: Geschwindigkeit und Transparenz
  • Drei Kunden-Typen: kein CRM, falsch genutztes CRM, optimales CRM
  • Lead-Hygiene — der kritische Faktor
  • Worst Case — wenn die Lead-Hygiene fehlt
  • Die wichtigsten Features eines guten CRMs
  • Kanban-Pipeline statt Listen-View: visuelle Klarheit gewinnt
  • Tool-Integrationen — CRM als Drehscheibe
  • Pipeline-Strukturierung: Companies, nicht Personen
  • Minimalinformationen für die erste Cold-Calling-Kampagne
  • Datensicherheit und Langzeit-Nutzen
  • Implementierungs-Tipps für CRM-Neueinsteiger
  • Game Time — Would You Rather, CRM-Edition

Show Notes

Was ein CRM ist

CRM steht für Customer Relationship Management. Im B2B-Vertrieb das zentrale Tool, in dem Leads, Deals, Aktivitäten und Reportings an einem Ort gepflegt werden. Niemand, der heute im Sales oder Marketing arbeitet, möchte ohne CRM leben.

  • CRM = Customer Relationship Management.
  • Zweck: Leads, Deals, Aktivitäten an einem Ort verwalten.
  • Heute Standard im B2B — vor 10 Jahren noch eine Ausnahme.

Web-basiert oder On-Premise?

Auf dem Markt gibt es Dutzende CRM-Typen — von Web-basiert bis On-Premise. Wo die Wahl hingeht, hängt von der Nutzung ab: rein Marketing, rein Sales oder kombiniert?

  • Web-basiert dominiert — Echtzeit-Zugriff, Cloud-Storage.
  • Marketing-only CRMs sammeln MQLs für Kampagnen.
  • Sales-only CRMs (wie bei OB2B) tracken den B2B-Vertriebsprozess.
  • Hybride Lösungen verbinden beide Welten — die MQLs wandern ins Sales-Team.

Vor 10 Jahren — Excel-Ära

OB2B startete vor knapp 10 Jahren mit Excel-Sheets. Sehr gut gepflegte Sheets, mit eigenen KPI-Berechnungen — der Boss damals hat sogar eine Excel-Lösung gebastelt, die KPIs separat trackte. Sophisticated, aber irgendwann am Limit.

  • Excel-Sheet als Tabellen-Datenbank mit allen Aktivitäten.
  • KPI-Tracking via verbundene Sheets — heute easy, damals crazy.
  • Probleme: Sheet wird zu groß, zu langsam, Datenverlust droht.
  • Backups in Clouds — improvisierte Sicherheit.

Der Wechsel zum CRM

Zwei Hauptgründe für den Wechsel: Excel wurde zu groß und zu langsam — und Transparenz mit den Partnern war kaum herstellbar. Hin- und hergeschickte Excel-Versionen waren ein Albtraum.

  • Excel skaliert nicht — irgendwann brechen die Datenmengen die Datei.
  • Transparenz mit Klienten: Excel über Cloud-Sheets war unhandlich.
  • Echtes CRM = Echtzeit-Insight für Klienten via eigenem Login.

Drei typische Kunden-Konstellationen

Beim Projektstart trifft OB2B auf drei CRM-Konstellationen. Jede braucht einen anderen Ansatz.

  • Typ 1: Kein CRM — der Klient hat keine Zeit für die Implementierung. OB2B übernimmt und richtet ein.
  • Typ 2: CRM vorhanden, aber schlecht gepflegt — OB2B adaptiert oder schlägt eine eigene Pipeline vor.
  • Typ 3: Sauberes CRM mit gutem Prozess, nur keine Pre-Sales-Ressourcen — der seltenste, gleichzeitig inspirierendste Fall.

Lead-Hygiene als kritischer Faktor

Lead-Hygiene ist nicht „nice to have". Wer Daten schlampig pflegt, verliert KPI-Aussagekraft, riskiert Doppelanrufe und brennt sich Beziehungen ab — bis hin zur Klient-wird- erneut-akquiriert-Katastrophe.

  • Schlechte Hygiene zerstört das Reporting — die Zahlen stimmen nicht.
  • Worst Case: man ruft einen bestehenden Klienten an, ohne es zu wissen.
  • Lead-Hygiene = die essentielle Funktion eines CRMs.

Worst-Case-Szenario

Ein bestehender Klient wird kalt angerufen, weil die CRM-Daten unvollständig waren. Er reagiert genervt: „Wir arbeiten doch seit einem halben Jahr zusammen!" Verschwendete Zeit, beschädigte Beziehung, vermeidbar.

  • Monatelang am falschen Lead gearbeitet — der bereits Kunde war.
  • „You're smothering me" — eine echte Aussage aus diesem Szenario.
  • Bei einem bestehenden Klienten am Telefon: ehrlich entschuldigen, Smalltalk anbieten, Schaden minimieren.

Die wichtigsten Features eines guten CRMs

Drei Top-Features. Visuell klare Pipeline (Kanban statt Liste). Saubere Filter-Funktionen. Integrationen zu E-Mail und Analytics. Wer Excel-Listen vermisst, vermisst den falschen Punkt.

  • Kanban-Ansicht der Pipeline — Status auf einen Blick.
  • Filter (Branche, Größe, Region) — Bulk-Edits in fünf Minuten möglich.
  • Tool-Integration: E-Mail, Kalender, Analytics, externe Sales-Tools.
  • Importieren leicht gemacht — keine manuellen Einträge mehr.

Kanban-Pipeline statt Listen-View

Listen-View ist die alte Excel-Welt. Kanban-Pipeline zeigt den Fortschritt visuell — wer wo gerade steht, was als Nächstes ansteht. Für täglich aktive BDRs ein Riesen-Unterschied.

  • Status-Spalten = Stages — Reception, Reach, Opportunity, Meeting.
  • Visuelle Hinweise (Farben, Tags) machen Risiken sichtbar.
  • Listen-View nur sinnvoll für sehr kleine, statische Kundenlisten.

Tool-Integrationen

Ein gutes CRM verbindet sich mit allem. E-Mail (kein Hin-und-Her-Switchen), Analytics-Tools für Extra-Reporting, Telefonie. Das spart Minuten pro Aktion — und Minuten summieren sich.

  • E-Mail im CRM senden — Antwort landet im Kontext des Deals.
  • Analytics zusätzlich verbinden — auch wenn das CRM eigene Reports hat.
  • CRM ↔ CRM Sync mit Partner-Systemen — automatischer Datenaustausch zu Meetings.

Pipeline-Strukturierung

OB2B importiert Unternehmen als Deals, nicht Personen. Eine Firma = ein Deal, auch wenn drei Ansprechpartner in Frage kommen. Verhindert Chaos und doppelte Anrufe an der Zentrale.

  • Ein Deal pro Unternehmen — alle Touch Points darunter.
  • Mehrere Personen in einer Firma: trotzdem ein Deal, mehrere Kontaktpersonen.
  • Wenn man Personen importiert, geht der Firmen-Kontext verloren — Sales-Chaos garantiert.

Minimalinformationen für eine Cold-Calling-Kampagne

Drei Kerninformationen reichen. Name des Unternehmens. Website. Telefonnummer. Der Rest — Entscheidungsträger, aktuelle Themen, Pain Points — entsteht im Gespräch und via Recherche.

  • Pflichtfeld 1: Firmenname.
  • Pflichtfeld 2: Website.
  • Pflichtfeld 3: Telefonnummer.
  • Optional: LinkedIn-Profil der Firma.
  • Entscheidungsträger findest du im Gespräch, nicht im Import.

Datensicherheit und Langzeit-Nutzen

Web-basierte CRMs mit guten Servern halten Daten dauerhaft sicher. Excel kann jederzeit kaputt gehen — CRM-Daten bleiben. OB2B hat Partner-Beziehungen mit Anruf-Historien von über zwei Jahren in einem einzigen CRM gespeichert.

  • Cloud-Storage + Backup = Verlustrisiko nahezu Null.
  • Anruf-Historien aus 2023 in 2025 wieder hervorholbar — Re-Engagement möglich.
  • Datenmenge skaliert mit dem Geschäftsverlauf — Excel hätte längst gestreikt.

Implementierungs-Tipps

Vor der Wahl: kleine Recherche. Was ist das Ziel — Marketing, Sales, beides? Größte Anbieter (Salesforce, HubSpot) sind aus Gründen die größten. Testphase mit echten Daten. Für große Teams: einen Experten hinzuziehen.

  • Zweck vorher klären: rein Sales, rein Marketing, oder kombiniert?
  • Test-Phase mit echten Daten — die Demos zeigen nur die schönen Seiten.
  • Bei >50 Nutzern oder viel bestehender Datenmenge: Experte für Setup empfohlen.
  • Kleines Team + wenig Daten: Learning by Doing funktioniert (OB2B hat es so gemacht).

Game Time — Would You Rather, CRM-Edition

Fünf Entscheidungsfragen aus dem CRM-Universum. „CRM-Daten verlieren oder Top-3-Klienten verlieren?" → CRM-Daten. „CRM komplett veraltet oder gar keins?" → Gar keins (zurück zu Excel). „Super langsames CRM oder eines, das Leads zufällig löscht?" → Langsames CRM.

  • CRM-Daten verlieren > Klienten verlieren — Daten lassen sich rekonstruieren.
  • Veraltetes CRM ist schlimmer als gar keins — Excel ist besser als ein irreführendes System.
  • Langsames CRM > löschendes CRM — Geschwindigkeit kann man umgehen, Datenverlust nicht.

Wichtigste Erkenntnisse

  1. Im B2B-Vertrieb ist ein CRM heute Pflicht — Excel skaliert nicht und blockiert Transparenz mit Partnern.
  2. Drei typische Kunden-Konstellationen beim Projektstart: kein CRM, schlecht gepflegtes CRM, sauberes CRM ohne Pre-Sales-Power.
  3. Lead-Hygiene ist nicht „nice to have" — sie ist die essentielle Funktion eines CRMs. Schlechte Hygiene zerstört KPI und Beziehungen.
  4. Worst-Case-Szenario: bestehenden Klienten kalt anrufen — passiert nur bei mangelhafter Lead-Hygiene.
  5. Drei Top-Features eines guten CRMs: visuelle Kanban-Pipeline, Filter, Tool-Integrationen.
  6. Pipeline immer auf Unternehmen importieren — nicht auf Personen. Eine Firma = ein Deal, mehrere Touch Points.
  7. Minimum-Pflichtfelder für eine Cold-Calling-Kampagne: Firmenname, Website, Telefonnummer. Der Rest entsteht im Gespräch.
  8. CRM-Datensicherheit erlaubt Re-Engagement nach Jahren — der Lead von 2023 ist 2025 vielleicht ready.
  9. Bei der CRM-Auswahl: größte Anbieter (Salesforce, HubSpot) sind aus Gründen die größten. Trotzdem Testphase mit echten Daten.

Pull Quotes

„Niemand, der heute im Sales arbeitet, möchte ohne CRM leben."
„Lead-Hygiene ist die essentielle Funktion eines CRMs — ohne sie zerfällt alles."
„Wenn du deinen Kaffee auf dem Tisch stehen lässt, wird er kalt. Mit CRM-Leads ist es genauso."

Gast

AnamarijaProjektmanagerin bei OB2B

Dominka Host

FAQ

Brauchen wir wirklich ein CRM oder reicht Excel?

Excel reicht für sehr kleine Datenbanken und einzelne Personen. Sobald mehrere BDRs gleichzeitig arbeiten oder Partner-Transparenz nötig ist, skaliert Excel nicht. Geschwindigkeit, Datenintegrität und Reporting brechen.

Was ist Lead-Hygiene und warum ist sie so wichtig?

Lead-Hygiene = saubere, vollständige, aktuelle Daten in jedem Deal. Sie sichert die KPI-Aussagekraft, verhindert Doppel-Akquise und vor allem peinliche Anrufe an bestehenden Klienten.

Soll man Personen oder Unternehmen ins CRM importieren?

Unternehmen. Eine Firma = ein Deal, alle Ansprechpartner darunter. Wer Personen importiert, verliert den Firmen-Kontext und produziert Chaos — Doppelanrufe an der Zentrale inklusive.

Welche Mindestinformationen braucht eine Cold-Calling-Kampagne?

Firmenname, Website, Telefonnummer. Der Rest — Entscheidungsträger, Pain Points, aktuelle Initiativen — entsteht im Gespräch und durch Recherche.

Welche CRM-Features sind im B2B-Vertrieb am wichtigsten?

Visuelle Kanban-Pipeline (Status auf einen Blick), starke Filter-Funktionen (Bulk-Edits, ICP-Refinement), Tool-Integrationen (E-Mail, Analytics, Partner-CRMs) und einfaches Importieren.