B2B-Leadgenerierung in der DACH-Region
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In dieser Folge
Folge 2 der Reihe Dialing Out. Kim und Dominka (Head of Business Development bei OB2B) gehen tiefer in das ein, was Telemarketing in DACH heute wirklich leistet — warum Geduld kein Schlagwort ist, wie qualifizierte Termine entstehen und welche zwei KPIs den Unterschied zwischen Aktivität und Wirkung markieren.
Außerdem geht es darum, warum OB2B als kroatisches Team in DACH-Deutsch-, Österreich- und Schweizer Märkten überhaupt erfolgreich operieren kann — und warum gerade die jüngere Generation Telefonakquise wieder spannend findet.
Lesezeit: 6 Minuten
Wir besprechen
- Was OB2B genau macht und warum es Telefonakquise braucht
- Idealer Kunde: kein Inhouse-Vertrieb, aber klares Outbound-Bewusstsein
- Struktur einer B2B-Outbound-Agentur — BDRs, Projektleitung, Management
- Warum DACH kalt anruft funktioniert: Markt, Höflichkeit und Sprache
- Geduld als Kernkompetenz — warum kurze Kampagnen selten Ergebnisse liefern
- Wie qualifizierte Termine entstehen — Recherche, ICP und Iteration
- Zusammenarbeit zwischen Agentur und Partner als simple Timeline
- KPIs: Erreichbarkeit der Entscheidungsträger und Interesse-Rate
- Personalisierung in E-Mail und LinkedIn: dosiert statt stalkerhaft
- Warum Telemarketing für junge Sales-Generationen wieder cool wird
Show Notes
Was OB2B konkret macht
OB2B ist ausschließlich auf B2B-Leadgenerierung spezialisiert. Wir helfen Unternehmen, denen es an Zeit und Inhouse-Expertise fehlt, konsequenten Outbound zu betreiben. Kerntätigkeit: qualifizierte Termine für Partnerfirmen vereinbaren.
- Reines B2B — kein B2C, kein Mischmodell.
- Erfolgskriterium ist ein qualifizierter Termin mit echtem Entscheider-Interesse.
- Was wir für Partner machen, machen wir auch für unsere eigene Vertriebspipeline.
Wer ist der ideale Kunde?
Unternehmen, die wissen, dass sie Outbound brauchen, aber selbst die Zeit oder das Know-how nicht haben. Fertige Leadlisten ohne Person dahinter taugen nichts — die Telefonate selbst sind das, was Listen nachschärft.
- Klares Bewusstsein, dass Outbound notwendig ist.
- Bereitschaft, mehrere Quartale dranzubleiben.
- Konsequente Nacharbeit der gelieferten Leads — sonst verpuffen Termine.
Struktur einer B2B-Outbound-Agentur
Im Kern stehen BDRs (Business Development Representatives), die tagtäglich telefonieren. Drumherum sitzen Projektleitung, Operations und Management, damit Kampagnen reibungslos laufen und Daten gepflegt werden.
- BDR: erreicht Entscheider, qualifiziert und vereinbart Termine.
- Projektleitung sichert Briefings, Iteration und Kommunikation.
- Quellen für Kontakte sind unterschiedlich; entscheidend ist die saubere Gruppierung.
Warum DACH offen für Telefonakquise bleibt
Der deutsche, österreichische und Schweizer Markt nimmt den Hörer weiterhin ab — höflich, aufgeschlossen und vorausgesetzt, der Anrufer ist es ebenfalls. Öffentlich verfügbare Nummern und ein klarer, respektvoller Anlass sind die rechtliche und kulturelle Basis.
- Keine Grauzone — öffentlich verfügbare Nummer + höflicher Anlass.
- Persönliche Stimme schlägt automatisierte E-Mail — wenn der Ton stimmt.
- Native Deutsch im Anruf ist in DACH ein klarer Wettbewerbsvorteil.
Geduld und Quantität gehören zusammen
Outbound liefert keine Sofortergebnisse. Wer „5 Leads → 5 Deals“ erwartet, hat das Geschäft nicht verstanden. Quantität gibt statistische Aussagekraft, Qualität entsteht in den Telefonaten selbst.
- Gesprächsroutine braucht Volumen — die ersten 100 Calls bauen Sicherheit auf.
- Bei großen Konzernen können Monate vergehen, bis der richtige Entscheider durchgestellt ist.
- Echte Qualifikation entsteht durch Fragen am Telefon, nicht durch Listenfilter.
ICP, Recherche und Iteration
Vor dem Kampagnenstart steht eine saubere Liste mit LinkedIn Sales Navigator oder vergleichbaren Quellen. In den Telefonaten wird nachgeschärft — wer ist der echte Ansprechpartner, wann ist der richtige Zeitpunkt, was sind die Pain Points.
- Dediziert Fragen stellen statt Features pitchen — der Lead qualifiziert sich selbst.
- Verhältnis zum Ansprechpartner aufbauen, damit der Übergang zum Partner reibungslos funktioniert.
- Briefings mit dem Kunden während des Projekts laufend nachjustieren.
Zusammenarbeit Agentur ↔ Partner
Die Timeline ist simpel: gute Vorbereitung, Liste, Pitch, Briefing, Telefonate, CRM-Pflege, qualifizierter Termin. Krönung ist der gewonnene Deal — den setzt aber der Partner um, nicht die Agentur.
- Gute Daten in jedem Telefonat festhalten, damit beim nächsten Kontakt nicht von Null gestartet wird.
- BDRs müssen offen sein für Fragen, die sie nicht sofort beantworten können — das fließt in Briefings zurück.
- Pitch wird im Verlauf des Projekts laufend geschärft.
Erfolgsgeschichte — Webdesign-Agentur
Anfangs Skepsis, weil die Branche gesättigt wirkte und das Unternehmen klein war. Nach kurzer Anlaufzeit lieferte die Kampagne so viele qualifizierte Termine, dass der Partner zusätzliche Leute einstellen musste, um die Pipeline überhaupt abarbeiten zu können.
- Vorurteile zu „gesättigten“ Märkten erweisen sich oft als falsch.
- Selbst kleine Partnerfirmen können bei guter Vorarbeit schnell wachsen.
- Direktes Feedback aus dem Markt beweist, was die KPIs vorhersagen.
Die zwei KPIs, die wirklich zählen
Erstens die Zahl der erreichten Entscheidungsträger — ohne sie spielt sich Outbound nur in der Empfangsetage ab. Zweitens die Interesse-Rate der erreichten Entscheidungsträger — ohne sie ist Reichweite Selbstzweck.
- Schwellenwerte für Entscheider-Reach hängen von Zielgruppe und Unternehmensgröße ab.
- Interesse-Rate zeigt, wo der Pitch geschärft oder die Liste nachjustiert werden muss.
- Tägliches Monitoring schlägt jeden Monatsbericht.
Personalisierung — dosiert, nicht stalkerhaft
Im Telefonat passiert Personalisierung automatisch, weil man sich dem Gegenüber anpasst. In E-Mail und LinkedIn lohnt sich gezielte Personalisierung — solange sie nicht in „Ich habe Ihr Profil komplett durchgelesen“ kippt.
- Generische „Hi Max“-Trigger ohne Bezug zur Botschaft schaden mehr, als sie nutzen.
- Nach einem Telefonat eine kurze, persönliche Mail mit Bezug zum Gespräch wirkt sehr stark.
- Zwischen Generisch und Stalkerhaft liegt der richtige Ton.
Die Zukunft von Telemarketing
Telemarketing wird nicht aussterben. Im Gegenteil — gerade die jüngere Generation entdeckt Telefonakquise neu, kombiniert sie mit Social Media und macht die Disziplin wieder spannend.
- Erste Schwelle (das erste Telefonat des Tages) bleibt mental anspruchsvoll — danach läuft es.
- Junge BDRs modernisieren die Disziplin mit Tools und Social-Media-Reichweite.
- Ältere Generationen schätzen den klassischen Anruf weiter — beide Welten profitieren voneinander.
Wichtigste Erkenntnisse
- B2B-Leadgenerierung in DACH funktioniert nur, wenn der Partner bereit ist, mehrere Quartale dranzubleiben.
- Fertige Leadlisten ohne menschliche Qualifikation taugen wenig.
- DACH bleibt offen für Telefonakquise — vorausgesetzt, der Anrufer ist höflich und vorbereitet.
- Die zwei KPIs, die zählen: Entscheider-Reichweite und Interesse-Rate unter den erreichten Entscheidern.
- ICP wird im Projektverlauf laufend nachgeschärft — nicht einmal definiert.
- Personalisierung gehört dosiert in E-Mail und LinkedIn — übertriebene Recherche wirkt stalkerhaft.
- Junge Sales-Generationen modernisieren Telemarketing mit Social Media — die Disziplin wird wieder cool.
Pull Quotes
„Eine Leadliste ohne Person dahinter taugt nichts.“
„Im Outbound kann man nicht erwarten, dass viel rauskommt, wenn man wenig reinsteckt.“
„Die Zahl der erreichten Entscheidungsträger ist der KPI, an dem sich alles entscheidet.“
Gast
Dominka Babić — COO, OB2B
Kim — Host
FAQ
Warum spezialisiert sich OB2B auf den DACH-Markt?
Der deutsche, österreichische und Schweizer Markt nimmt direkte Telefonakquise weiterhin gut an — wenn der Anrufer höflich, vorbereitet und auf Deutsch unterwegs ist. Native-Language-Calls sind dort ein echter Wettbewerbsvorteil.
Liefert OB2B fertige Leadlisten?
Wir erstellen vor jedem Projekt eine saubere Recherche, aber eine „fertige“ Liste mit garantierten Interessenten gibt es nicht. Qualifikation entsteht erst in den Telefonaten — Listen werden währenddessen iterativ nachgeschärft.
Wie lange dauert eine sinnvolle Outbound-Kampagne?
Realistisch mehrere Quartale. Bei großen Konzernen können Monate vergehen, bis der richtige Entscheider erreicht wird. Kurze Test-Kampagnen liefern selten verwertbare Ergebnisse.
Welche KPIs misst OB2B im B2B-Outbound?
Vor allem zwei. Erstens die Reichweite zu Entscheidungsträgern (TDM Reach). Zweitens die Interesse-Rate unter den erreichten Entscheidern (Pass Rate). Beide werden täglich beobachtet und gegen projektabhängige Schwellenwerte gemessen.
Wie viel Personalisierung gehört in B2B-Outreach?
So viel wie nötig, nicht so viel wie möglich. Am Telefon entsteht Personalisierung automatisch. In E-Mail und LinkedIn lohnt sich gezielter Bezug — z. B. zu einem Telefonat oder einer öffentlichen Information — aber niemals so detailliert, dass es stalkerhaft wirkt.
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