In dieser Folge von „Dialing Out“ blicken wir mit Anamarija auf zehn Jahre B2B-Vertrieb: von Presales (BDR) über Account Executive bis After-Sales/Projektführung. Was bewegt Deals wirklich – jenseits der schönen Präsentation? Es geht um Lead-Hygiene, Follow-ups, Einwandbehandlung und strategische Pivots, die aus wackeligem Start langfristige Partnerschaften machen.
Mit konkreten Beispielen (Polen, Finnland, DACH): sauber dokumentieren, Fehler in E-Mails vermeiden und die Route ändern, wenn die ersten Wochen nicht greifen.
Lesezeit
6 Min
Wir besprechen
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Karriere als „Flow“: Rollen gehen ineinander über statt harter Brüche
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Lead-Hygiene als Fundament: Notizen, Namen, Follow-ups – sonst kühlt „warm“ ab
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Der Preis der Eile: Schreibfehler, falsche Personalisierung, peinliche Mails
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Telefon schlägt E-Mail: live ist Recovery einfacher als nach „Senden“
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Einwände überall: Vorbereitung/Wissen als bester Schutz
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Budget-Einwände im Sales-Call: ROI statt Rabatt—und wann man nicht drückt
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Presales vs. Sales: Volumen, Tempo und warum Presales „am herausforderndsten“ ist
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AE-Vorteil aus BDR-Wurzeln: Doku-Disziplin gewinnt Multi-Stakeholder-Sales
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„Freiheit“ durch Kaltakquise: Selbstvertrauen, Improvisation, Humor
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After-Sales-Pivots: wenn der Start nicht zieht, Liste/Industrie/Ansatz wechseln
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Partner statt Endkunden: ein Wechsel, der Mehr-Projekte ausgelöst hat
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Unzufriedenheit drehen: klare Schritte, um Accounts zu retten
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Skalieren mit Maß: langsam wachsen, Qualität halten
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Blick nach vorn: schnelle Adaption an AI und Prozessänderungen
Show Notes
Vom BDR zum AE zum After-Sales: ein System
Weniger harte Übergänge, mehr kontinuierliche Anpassung. Lead-Hygiene und Doku-Routinen zahlen in allen Rollen ein.
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Rollen überlappen; Prozesse bleiben konstant.
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Presales-Gewohnheiten (Notizen, Next Steps) tragen AE/Projekte.
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Langsames Skalieren hält Qualität.
Lead-Hygiene: der stille Leistungshebel
Sorgfältige Erfassung (Namen, Calls, Nächste Schritte) verhindert Stillstand und Wärmeverlust.
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Pünktliche Follow-ups halten Intention wach.
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Direkt nach dem Call dokumentieren.
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Saubere Handover ermöglichen Team-Tempo.
Eile kostet – besonders schriftlich
Im Call lässt sich retten; bei E-Mails kaum. Bewusst verlangsamen, wo Fehler irreversibel sind.
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Namen/Fakten/Personalisierung doppelt prüfen.
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Templates nutzen, aber bewusst anpassen.
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Erst anrufen, dann schreiben – wenn unsicher.
Einwandbehandlung: gleiche Kunst, anderes Tempo
Vorbereitung (Produkt, Service, Nutzen) verhindert Überraschungen. Im Sales-Gespräch verschärfen Budget/ROI die Diskussion.
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Im Presales zählt der Termin – schlank bleiben.
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Im Sales sind Stakes höher, Gespräche länger.
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ROI rahmen; Rabatt nicht reflexhaft.
Selbstvertrauen, Improvisation, Humor
Kaltakquise schafft „Freiheit“: weniger Angst, mehr Anpassungsfähigkeit, besserer Rapport.
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Menschliche Momente benennen; Humor entspannt.
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Struktur ja, aber Person nicht skripten.
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Vertrauen ohne Klamauk aufbauen.
After-Sales-Turnarounds: Ansatz statt Text wechseln
Wenn Ergebnisse ausbleiben, Strategie mit Hypothese ändern.
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Ziele wechseln (Endkunde → Partner), Listen/Industrien tauschen.
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Testfenster vereinbaren, KPIs definieren.
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Erfolge: Team-Ausbau, Vertragsverlängerungen.
Wichtigste Erkenntnisse
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Lead-Hygiene schlägt Charisma—Dokumentation trägt alle Rollen.
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Pünktliche Follow-ups verhindern Wärmeverlust.
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Call-Fehler sind reparierbar; E-Mail-Fehler kleben—Tempo rausnehmen.
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Vorbereitung entwaffnet Einwände; Budget braucht ROI, nicht Rabatt-Reflex.
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Presales ist hart und lohnend: permanente Kontextwechsel.
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BDR-Wurzeln machen AEs besser: Handover und Nachweisbarkeit.
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Wenn’s hakt: Liste/ICP/Motion ändern, nicht nur Formulierung.
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Humor + Selbstvertrauen = Rapport statt Reibung.
Pull quotes
„Lead-Hygiene ist das Fundament—ohne sie kühlen warme Leads ab.“
„Im Call kann man retten; eine schlechte E-Mail bleibt.“
„Wenn es stockt, wechsel Liste oder Motion—nicht nur den Text.“
Gast
Anamarija — BD Strategist
Host: Dominka
FAQ
Wie halte ich Lead-Hygiene hoch, ohne Reps auszubremsen?
Kurzer Call-Notiz-Check (Wer/Was/Nächster Schritt/Wann) direkt nach dem Gespräch; Pflicht-felder für die nächste Aktivität. Wenige, aber konsistente Felder sichern Übergaben.
Erster Schritt, wenn Ergebnisse enttäuschen?
Kontrollierter Pivot: neue Liste oder Partner-First-Ansatz, zwei Wochen Test, klare Erfolgsmetriken. Hypothese transparent machen.
Wie mit Budget-Einwänden umgehen?
Auf ROI und Risikoreduktion ankern. Wenn Anpassungen bei Scope/Zeitachse keinen Sinn für den Käufer machen, nicht erzwingen—Pipeline-Qualität schützen.
Ist Presales oder Sales „härter“?
Anders hart: Presales = Volumen & Kontextwechsel; Sales = höhere Stakes pro Gespräch. Beide stehen und fallen mit Vorbereitung und sauberen Übergaben.