LinkedIn bleibt das nützlichste Netzwerk für B2B-Sales—wenn man es gezielt einsetzt. In dieser Folge von „Dialing Out“ sprechen Host Dominka und Gast Anamarija (BDS) darüber, wie LinkedIn Recherche, Listenaufbau und echte Gespräche unterstützt, die schließlich Pipeline erzeugen.
Das Versprechen: ein praxisnahes Playbook, wie du mit LinkedIn und dem Sales Navigator präzisere ICP-Listen baust, echte Ansprechpartner (nicht Rollenpostfächer) findest und Kaltakquise souverän unterstützt—ohne aufdringlich zu wirken.
Lesezeit
5 Min.
Wir besprechen
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Warum LinkedIn im B2B über „Personal Branding“ hinaus relevant ist
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Zwei Betriebsmodi: passive Recherche vs. aktive Ansprache
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PM-Workflow: ICP-/Firmenlisten mit dem Sales Navigator aufbauen
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BDR-Workflow: die richtige Ansprechperson/Influencer vor dem Call finden
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„Hab einen Namen“: am Front Desk vorbeikommen
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Intent-Signale nutzen: Jobposts und Profiländerungen
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DACH-Sequenz: Call → E-Mail → LinkedIn
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Wann LinkedIn-Nachrichten sinnvoll sind—und wann nicht
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Netzwerkstrategie: Qualität der Kontakte vor Quantität
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Relevante Audience aufbauen, die mit Content interagiert
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Sales-Navigator-Basics: Filter, gespeicherte Suchen, Listen (Mini-CRM)
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Mythen & Limits: InMails, Exporte und wöchentliche Kontakt-Limits
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Fallbeispiel: LinkedIn-Kontakt von 2022 wird 2024 zum Kunden
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Spielecke: „Link or Lie“—Faktencheck zu Funktionen
Show Notes
Warum LinkedIn weiterhin zählt
LinkedIn ist das professionelle Netzwerk, in dem Käufer präsent und auffindbar sind. Auch ohne tägliches Posten bleibt es der Ort für Recherche und leichte Touchpoints.
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Nutze Profile, Aktivitäten und Company Pages als „Fenster“ in die Business-Welt.
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Halte dein Profil so, dass man dich in Sekunden einordnen kann.
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Social bleibt Social: gib auch etwas zurück, nicht nur konsumieren.
Zwei Modi: Recherche vs. Outreach
Arbeite in zwei klaren Modi. Erstens „inkognito“ für Kontext und Ziellisten. Zweitens dosierter Outreach als Ergänzung zu Telefon und E-Mail.
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Passiv: Hiring-Wellen, Beförderungen und Event-Posts liefern Timing-Signale.
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Aktiv: Nach dem Call connecten; knapp, unaufdringlich schreiben.
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Keine Massensales per DM—LinkedIn wärmt Beziehungen an.
PM-Workflow: ICP-Listen bauen
Anamarija nutzt den Sales Navigator, um saubere Firmenlisten entlang des ICP zu kuratieren. Filter wie Firmengröße, Branche, Umsatz und Keywords halten die Listen scharf.
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Gespeicherte Suchen/Listen = Mini-CRM im Sales Navigator.
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Angereicherter Kontext (Leistung, Spezialisierung) geht an die BDRs.
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Strenge Kriterien, um Streuverluste zu vermeiden.
BDR-Workflow: echte Menschen erreichen
BDRs nutzen LinkedIn, um die konkrete Person zu finden—Entscheider oder Influencer. Namen zählen in der Kaltakquise.
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Ohne konkrete Ansprechperson leitet die Zentrale selten weiter.
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Titel/Funktionen (z. B. Procurement, Operations) gezielt prüfen.
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Rolle, Schreibweise und Aktivität vor dem Dial verifizieren.
Signale lesen („zwischen den Zeilen“)
LinkedIn ist voll von Kaufsignalen: Hiring, Wechsel, Event-Ankündigungen. In DACH verraten Messe-Posts Prioritäten und Zeitfenster.
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Jobanzeigen deuten Expansion oder neue Initiativen an.
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Persönliche Meilensteine/Positionswechsel sind Trigger zum Re-Engage.
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Höhere Profilqualität als vor 4–5 Jahren erleichtert die Recherche.
Outreach-Etikette in DACH
Die meisten OB2B-Projekte sind „Phone-first“. LinkedIn hilft, wenn Calls/E-Mails stocken. Menschlich bleiben, Relevanz vor Länge.
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Reihenfolge: Call → E-Mail → LinkedIn; die „Hintertür“, nicht Schritt eins.
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Kein Spam: kurz, zweckbezogen, ohne Hard-Pitch.
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Präsenz ja, Druck nein—so wie du selbst angesprochen werden willst.
Netzwerk gezielt aufbauen (Qualität > Quantität)
Dein Netzwerk sollte Markt & ICP spiegeln—nicht Eitelkeit. Zufällige Adds verwässern Reichweite und Feedback.
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Prospects, Partner und Peers priorisieren, die mit Content interagieren.
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Nach sinnvollen Touchpoints connecten (z. B. nach einem Call).
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Kleiner, relevanter > groß, beliebig.
Sales-Navigator-Essentials
Sales Navigator ist die erweiterte Suche für Sales-Teams—zeigt nur Relevantes.
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Filter: Firmengröße, Branche, Umsatz, Keywords, Funktionen (z. B. Procurement).
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Suchen/Listen speichern, Updates wie Jobwechsel verfolgen.
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Als Research-Konsole nutzen und Listen aktuell halten.
Limits & Mythen (aus „Link or Lie“)
Die schnelle Spielecke räumt Missverständnisse aus.
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InMails sind selten der beste Weg; für Connections brauchst du sie nicht.
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Keine Bulk-Exports von Kontakt-E-Mails aus LinkedIn.
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Wöchentliche Kontaktanfragen sind limitiert; Paid-Tiers erlauben etwas mehr.
Fallbeispiel: Slow Burn → Kunde
Kontakt in 2022, kurzer Austausch 2023, seit 2024 Kunde—ohne Romane, nur gelegentliche LinkedIn-Nachrichten. Präsenz + Erinnerung wirken.
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Menschen kaufen von Menschen und kommen zu bekannten Gesichtern zurück.
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Rollenwechsel/Rebrands: LinkedIn ist der einfachste Kontinuitäts-Kanal.
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Konstante „Light-Touch“-Präsenz kumuliert über die Zeit.
Praktische nächste Schritte
Ein schlanker Wochenrhythmus liefert Wirkung ohne Spam.
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Eine ICP-Liste aktualisieren, 50–100 gezielte Kontakte hinzufügen, Learnings loggen.
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Nach erfolgreichen Calls connecten—ohne Pitch.
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Hiring- und Event-Posts der Zielaccounts scannen, um Timing zu treffen.
Wichtigste Erkenntnisse
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LinkedIn ist Recherche-Konsole und Outreach-„Hintertür“ zu echten Menschen.
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Sales Navigator + strenge ICP-Filter = sauberere Listen & höhere Connect-Rates.
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Namen schlagen Titel: Vor dem Anruf genau wissen, wen du willst.
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Outreach sequenzieren: Call → E-Mail → LinkedIn; kurz, menschlich, relevant.
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Relevantes Netzwerk > große Zahl; es verstärkt Content und Replies.
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Intent-Signale (Hiring, Wechsel, Events) steuern dein Timing.
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Mythen: InMails helfen selten; Exporte sind limitiert; Anfragen sind gedeckelt.
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Beziehungen kumulieren—leichter LinkedIn-Kontakt über Jahre konvertiert.
Pull quotes
„Hab einen Namen, bevor du anrufst—die Zentrale verbindet nicht mit ‚dem Zuständigen‘.“
„Nutze LinkedIn als Hintertür, wenn Calls und E-Mails stocken—kurz, menschlich, relevant.“
„Menschen kaufen von Menschen; Präsenz auf LinkedIn hält Türen offen, wenn Rollen sich ändern.“
Gast
Anamarija — BDS
Dominka — Host, OB2B
FAQ
Muss ich täglich posten, damit LinkedIn wirkt?
Nein. Ein glaubwürdiges Profil, gezielte Recherche und leichtes Networking reichen für spürbaren Impact. Postings helfen zusätzlich, sind aber nicht zwingend.
Brauche ich zwingend den Sales Navigator?
Nicht zwingend, aber er beschleunigt die Recherche durch bessere Filter, gespeicherte Suchen und Listen-Tracking. Wer strukturiert Outbound macht, profitiert meist schnell.
Wann DM statt Call oder E-Mail?
Starte mit Telefon, dann E-Mail. Nutze LinkedIn, wenn diese Kanäle stocken oder um nach einem Call leicht zu connecten. Kurz halten und ohne harten Pitch.
Wie groß sollte mein Netzwerk sein?
Groß genug für ICP & Partner—nicht größer. Ein kleineres, relevantes Netzwerk liefert mehr Engagement und Antworten als ein großes, unscharfes.