Kaltakquise ist kein Geburtsrecht – sie ist ein Handwerk. In dieser Episode sprechen Dominka und Franjo (BDR) darüber, warum niemand „für Sales geboren“ ist und wie du mit Technik, klaren Ritualen und guter Vorbereitung souverän durch Einwände navigierst – selbst an zähen Tagen.
Der Kern: Talent verpufft ohne Struktur, doch Fleiß + System schlagen Talent. Du bekommst konkrete Taktiken für Gesprächsführung, mentale Vorbereitung und Follow-ups – plus ein kurzes „Top oder Flop“-Spiel zu gängigen Sales-Praktiken.
Lesezeit
5 Minuten
Wir besprechen
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Talent vs. Technik: Warum harte Arbeit Talent „besiegt“
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Startvorteil vs. Endziel: Introvertiert? Trotzdem top im Vertrieb
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Mentale Vorbereitung: Worst-Case denken, Best-Case liefern
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Fachliche Vorbereitung: „Wie ein Fisch im Wasser“ im Thema schwimmen
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Fokus-Rituale vor dem ersten Call (Kaffee, kurzer Austausch, Ankommen)
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CRM & Pipeline: Tagesplanung, Prioritäten und „wen rufe ich heute NICHT an?“
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Einwand als Chance: Vorqualifizieren statt „Gewinnen um jeden Preis“
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Dialog statt Monolog: Pitchen ohne „Feature-Feuerwerk“
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Follow-ups aktiv steuern (nicht warten, bis sich jemand meldet)
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Emotion & Haltung: freundlich, menschlich, nicht aufdringlich
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Kritik & Reality-Check: Aus harten Gesprächen lernen
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Kaltakquise-Einstiege: Warum „Das ist ein Cold Call…“ meist cringy ist
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Selbstreflexion nach Calls: Fragen, Notizen, Lessons learned
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„Top oder Flop“-Spiel: Vier verbreitete Taktiken auf dem Prüfstand
Show Notes
Talent ist nett – Systeme gewinnen
Talent hilft beim Start, doch ohne Pflege verliert es Wirkung. Entscheidend sind Struktur, Wiederholung und Bewusstsein für das eigene Vorgehen.
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Routine schlägt „Laune des Tages“.
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Technik und Vorbereitung machen auch Introvertierte stark.
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Ziel: konsistente, reproduzierbare Leistung über viele Calls.
Vorbereitung in zwei Ebenen: Thema & CRM
Trenne fachliche Vorbereitung (Produkt/Use Cases) von operativer Vorbereitung (Pipeline/Ansprechpartner).
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Vor dem Tag: Pipeline sichten, schwierige Gespräche markieren, Reihenfolge planen.
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Vor dem Call: Kernbotschaft + 2–3 Prüffragen parat haben.
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Wenn Info fehlt: ehrlich halten und Rückmeldung anbieten (Mail/zweiter Call).
Fokus-Rituale, die tragen
Kleine Rituale holen dich in den Arbeitsmodus: Kaffee, kurzer Talk mit Kolleg:innen, ruhiger Start.
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Stabilisiert Energie und Stimme; senkt Nervosität.
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Macht dich belastbar für „harte“ Erstgespräche.
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Regelmäßigkeit > Intensität (kein Pflicht-Workout vor jedem Call).
Worst-Case zuerst denken
Wer sich mental auf „kein Interesse / keine Zeit / keine Verkäufer“ vorbereitet, reagiert im echten Gespräch ruhiger und lösungsorientierter.
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Die schlimmsten 1–2 Szenarien vorab durchspielen.
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Repliken notieren und natürlich sprechen (kein Skript vorlesen).
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Ergebnis: weniger Blackouts, kürzere Erholungszeit nach Rückschlägen.
Einwand = Vorqualifizierung, nicht Niederlage
Einwände zeigen Interesse, Relevanz oder Blockaden – alles nützlich.
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Kläre Bedarf, Timing, Entscheider:innen und nächstes sinnvolles Commitment.
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Wenn Meeting sinnvoll: Zeitfenster aktiv vorschlagen statt passiv warten.
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Kein „Alles erklären“ im Erstgespräch – Tiefe gehört in den Termin.
Dialog statt Feature-Monolog
Monologe töten Aufmerksamkeit. Nutze 2–3 Sätze Kontext und dann Fragen.
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Fragen öffnen, Features schließen – nicht umgekehrt.
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Teasern statt „alles auf einmal“; Relevanz führt Content.
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Ziel: gemeinsame Problemdefinition, nicht Selbstinszenierung.
Follow-ups aktiv steuern
Nach Pitches nicht hoffen – führen.
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Zusammenfassung senden, klare Next Steps + Terminoptionen.
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Aufgaben verteilen (wer liefert was bis wann?).
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Erinnerung setzen; Inaktivität ist ein Nein auf Raten.
Reflexion: schnell verarbeiten, konkret lernen
Nach schwierigen Calls kurz notieren: Was lief gut/schlecht? Was frage/antworte ich nächstes Mal anders?
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Kollegen einbeziehen – Perspektiven verkürzen Lernkurve.
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Emotionen anerkennen, dann Struktur suchen.
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Ausreißer nicht überwerten – Muster zählen.
Einstiege mit Fingerspitzengefühl
„Das ist ein Cold Call…“ wirkt oft abgenutzt. Humor kann funktionieren, ist aber kontextabhängig.
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Einstieg: Nutzen/Anlass klar + eine prüfende Frage.
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Ziel: Dialog eröffnen, nicht clever wirken.
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Ton: freundlich, flott, ohne Druck.
Top oder Flop (Kurzspiel)
Vier verbreitete Taktiken – Einschätzung aus der Episode:
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Mit vollem Pitch eröffnen → Flop (Monolog, null Relevanzprüfung).
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Einwände ignorieren → Flop (respektlos, kurzsichtig).
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Nur ein Follow-up schicken und warten → Flop (Prozessführung fehlt).
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Alles erzählen, was geht → Klop zwischen Top/Flop: gezielt dosieren statt überladen.
Wichtigste Erkenntnisse
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Niemand ist für Sales geboren – Lernen + Systeme schlagen Talent.
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Doppelte Vorbereitung (Thema & CRM) macht Einwandbehandlung leicht.
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Rituale stabilisieren Fokus und Stimme – besonders zu Tagesbeginn.
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Worst-Case planen, damit du im Gespräch ruhig bleibst.
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Einwand = Chance zur Vorqualifizierung und zum nächsten Commitment.
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Dialog führen, Features dosiert und bedarfsbezogen einbringen.
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Follow-ups aktiv: konkrete Next Steps statt Hoffen.
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Reflektieren & dokumentieren – Muster erkennen, schneller besser werden.
Pull quotes
„Durch harte Arbeit kann Talent besiegt werden.“
„Einwände sind kein Rückschlag – sie sind deine Abkürzung zur Qualifizierung.“
„Zwei Sätze Kontext, dann Fragen – Dialog schlägt Monolog.“
Gast
Franjo — BDR
Dominka — Host
FAQ
Brauche ich Talent, um in der Kaltakquise gut zu sein?
Nein. Talent hilft beim Start, aber Technik, Vorbereitung und Übung entscheiden über die Performance – und die kann jede:r aufbauen.
Wie bereite ich mich konkret vor?
Zwei Ebenen: Thema (Nutzenfälle, 2–3 Prüffragen) und CRM/Pipeline (Reihenfolge, schwierige Fälle markieren). Dazu ein Fokus-Ritual vor dem ersten Call.
Was mache ich bei harten Einwänden oder unfreundlichen Antworten?
Ruhig bleiben, nachfragen statt rechtfertigen, Erkenntnisse notieren. Ausreißer nicht überbewerten – Muster zählen. Wenn passend: neuen Termin vorschlagen.
Wie gestalte ich Follow-ups richtig?
Proaktiv: kurze Zusammenfassung, klare Next Steps und konkrete Terminvorschläge. Nicht warten, bis sich „jemand meldet“.