27/10/2025

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Homeoffice oder Büro: Wo lauert die echte Ablenkung

In dieser Folge

Im Gespräch mit Marijana (BDR) beleuchten wir, warum Ablenkungen im Arbeitsalltag so hartnäckig sind – und wie man zwischen bewussten und unbewussten Auslösern unterscheidet. Anhand konkreter Situationen (Benachrichtigungen, Handy, Kolleg:innen, Pausen) zeigen wir einfache Routinen, mit denen Fokus wieder zur Standardeinstellung wird.

Der Kernnutzen dieser Folge: klare, alltagstaugliche Regeln für Benachrichtigungen, Mikro-Pausen, Tagesplanung und Grenzen setzen – speziell für Rollen mit viel Telefonie (BDR/SDR), aber übertragbar auf jede Wissensarbeit.

Lesezeit

5 min

Wir besprechen

  • Homeoffice vs. Büro: gleiche Ursache, andere Form der Ablenkung

  • Kollektiver Druck im Office: warum gemeinsamer Fokus hilft – und Smalltalk trotzdem kippen kann

  • Definitionen: bewusste vs. unbewusste Ablenkung (und was „Absicht“ wirklich meint)

  • Handy als Ablenkung Nr. 1 – Inhalte > Gerät: Social Media, Nachrichten, Newsletter

  • Benachrichtigungen managen: Teams/Slack stummschalten, Ausnahmen, Arbeitsmodus am Handy

  • „Ablenkungscheck“ – das Spiel: ist diese Situation pro Fokus oder kontra?

  • Während Calls: alles aus – warum Split-Attention Gespräche sofort schwächt

  • Mikro-Pausen statt Mittagstief: 5–10 Minuten Reset nach intensiven Meetings

  • Tagesplanung: abends Kalender checken, morgens 1–3 Prioritäten setzen

  • Task-Sorting: kleine Dinge jetzt, tiefe Arbeit gebündelt; „Overdue-Tag“ für Altlasten

  • Multitasking & Tabs: viele offen ist ok – solange du bewusst schließt und sortierst

  • Musik vs. TV im Hintergrund: was bei repetitiven Tasks funktionieren kann

  • „Fensterstarren“ als Mini-Meditation: Seele baumeln lassen statt Doomscrolling

  • Grenzen setzen im Team: höflich „später“ sagen ist kein Affront

  • Phone-Free-Zones & Handybox: Regeln, die Versuchungen minimieren

  • Ohne Smartphone früher vs. heute: was davon wir bewusst zurückholen können

Show Notes

Homeoffice vs. Büro: andere Oberfläche, gleiche Mechanik

Ablenkungen existieren überall; sie zeigen sich nur anders. Im Büro hilft sozialer Fokus, Smalltalk kann aber kippen. Zuhause sind es Nachbar:innen, Pakete, Haushalt.

  • Im Office wirkt „Mitzieheffekt“ – unbewusst mehr Fokus.

  • Zuhause entstehen unbewusste Unterbrechungen (Klingeln, kurze Wege), die länger dauern.

  • In beiden Umgebungen bleibt das Handy der gemeinsame Treiber.

Bewusst vs. unbewusst: eine pragmatische Trennung

Bewusst = du holst dir Ablenkung (Handy, Chat). Unbewusst = sie passiert dir (Ansprache, Paket).

  • Frage dich: „War das meine Entscheidung – oder bin ich reingeraten?“

  • Für Unbewusst gilt: freundlich begrenzen („später gern, jetzt Fokus“).

  • Für Bewusst gilt: Regeln und Reibung einbauen (s. Benachrichtigungen).

Benachrichtigungen & Fokus-Modi

Stille Standard, Ausnahmen bewusst. Besonders während Telefonaten/Briefings.

  • Teams/Slack muten; nur „Urgent“ durchlassen.

  • Arbeitsmodus am Handy: privat stumm, enge Kontakte als Ausnahme.

  • Zwei Monitore sinnvoll: Meeting vs. Chat – aber nur, wenn bewusst genutzt.

Handy & Social Media: Quelle Nr. 1

Nicht das Gerät, die Inhalte. Kurz „Uhr checken“ wird zum Feed-Sog.

  • Baue Hürden: Handy außer Sicht, Box/Kiste, anderer Raum.

  • Social-Apps nicht während der Kernarbeitszeit – abends ok, bewusst.

  • Browser-Tabs für Shopping/News schließen; später-Liste nutzen.

Mikro-Pausen, nicht Mittag-Koma

Kurze Resets nach intensiven Slots schlagen lange Pausen.

  • 5–10 Minuten: Kaffee, Wasser, kurz bewegen – dann weiter.

  • Keine „Belohnungs-Feeds“; Blick aus dem Fenster wirkt besser.

  • Nach >60 Minuten Meeting bewusst Mini-Pause einplanen.

Tagesplanung & Prioritäten

Abends Überblick, morgens Feinschnitt.

  • Vorabend: Kalender sichten; Blocker erkennen.

  • Morgen: 1–3 Aufgaben definieren; Zeitboxen setzen (z. B. 10–12 Uhr).

  • Große Aufgaben in Abschnitte brechen; „offene Enden“ notieren.

Task-Sorting & Overdues bündeln

Kleine Tasks sofort, tiefe Arbeit gebündelt – ein Tag nur für „Überfällige“.

  • „Overdue-Tag“ entlastet die Woche und schafft Klarheit.

  • An ruhigen Tagen (Feiertage in Regionen etc.) gezielt Altlasten räumen.

  • Vorab Dauer einschätzen: <30 min jetzt, >60 min terminieren.

Multitasking, Tabs & Hintergrundbeschallung

Viele Tabs sind ok, wenn du bewusst schließt. Musik lenkt stärker ab als „leiser TV“.

  • Repetitives + leise Musik kann funktionieren; Fokusarbeit lieber ohne.

  • TV/Podcast als „weißer Lärm“ kann manchen helfen – individuell testen.

  • Wenn es fesselt, sofort aus – sonst rutscht es in Ablenkung.

Grenzen setzen im Team

Höflich unterbrechen statt passiv ausfransen.

  • Formulierungen: „Ich bin gerade in einem Fokusblock – können wir um 16:00?“

  • Kolleg:innen nicht „wegbeißen“, nur vertagen – das normalisiert Fokuszeiten.

  • Im Gegenzug: selbst pünktlich zurückkommen.

Phone-Free-Zones & einfache Regeln

Regeln schlagen Willenskraft.

  • Handybox bis zur Mittagspause; Meetings grundsätzlich ohne Handy.

  • Mahlzeiten ohne Bildschirm – Präsenz trainiert Disziplin.

  • Für Notfälle klar definierte Ausnahmen (z. B. Familie).

Wichtigste Erkenntnisse

  1. Ablenkungen sind unvermeidbar – die Regeln dazu sind wählbar.

  2. Bewusst vs. unbewusst denken: Entscheidung vs. Ereignis.

  3. Benachrichtigungen standardmäßig aus; Ausnahmen eng.

  4. Mikro-Pausen schlagen lange Mittagspausen für die Leistung.

  5. Abend-Check + Morgen-Prioritäten geben Struktur und Tempo.

  6. Bündeln wirkt: ein Overdue-Tag räumt merklich den Kopf.

  7. Handy außer Sicht – Social-Inhalte sind der eigentliche Trigger.

  8. Höflich Grenzen setzen: Fokuszeiten sind Teamkultur, kein Ego-Trip.

Pull quotes

„Handy ist Ablenkung Nummer 1 – nicht wegen des Geräts, sondern wegen der Inhalte.“
„Regeln schlagen Willenskraft: Benachrichtigungen aus, Ausnahmen eng.“
„Kurze Resets nach intensiven Phasen bringen mehr als eine lange Mittagspause.“

Gast

Marijana — BDR
Dominka — Host

FAQ

Wie unterscheide ich bewusste von unbewussten Ablenkungen?
Bewusst holst du dir Ablenkung (Handy, Chat, Feed). Unbewusst passiert sie dir (Kolleg:in spricht dich an, Paket klingelt). Für unbewusst: freundlich begrenzen. Für bewusst: Regeln schaffen (Handy weg, Benachrichtigungen aus).

Sollte ich während Calls Benachrichtigungen zulassen?
Nein. Split-Attention schwächt Gespräche. Schalte alles stumm und definiere nur echte Notfall-Ausnahmen. Nach dem Call kurz aufholen.

Lange Mittagspause oder mehrere Mikro-Pausen?
Mehrere kurze Resets (5–10 min) wirken meist besser – besonders nach >60 min Meetings. Sie verhindern das „Mittagstief“ und halten den Fokus frisch.

Wie gehe ich mit vielen offenen Tabs und Aufgaben um?
Bewusst sortieren: Kleines sofort, Tiefes terminieren. Tabs regelmäßig schließen, eine Später-Liste pflegen und für Overdues einen monatlichen/wöchentlichen Bündeltag einplanen.

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