In dieser Folge von Dialing Out — The OB2B Podcast spricht Dominka mit Nina (Projektmanagerin bei OB2B) über die Realität von Frauen im B2B-Vertrieb. In IT, Logistik und Produktion sind Entscheider noch meist männlich – worauf kommt es also wirklich an? Auf Empathie, klare Grenzen und gründliche Vorbereitung.
Ihr hört, wo weibliche Stärken (Detailfokus, Zuhören, Geduld) wirken, was nur Klischee ist und eine schnelle Mythos-Runde zu Kaltakquise, Emotionen, CRM vs. Bauchgefühl und ob Abschlüsse erlernbar sind. Praxisnah, ehrlich, ohne Floskeln.
Lesezeit
6 Minuten
Wir besprechen
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Entscheider-Landschaft in IT, Logistik & Produktion (warum meist männlich)
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Wo Empathie & Zuhören helfen (und wo nicht)
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Projektvorbereitung: Details, Taktung und Tonsetzung
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Kaltakquise: Stimme, Geduld, respektvolle Hartnäckigkeit
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Grenzen vs. „People Pleasing“ — freundlich und direkt
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Umgang mit unpassender privater Kontaktaufnahme
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Zusammenarbeit: frühzeitig Kolleg:innen einbinden
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Mütter im Vertrieb: Flexibilität & Homeoffice
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Gesunder Wettbewerb ohne harte Provisionsmodelle
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CRM-Notizen, die das „Gefühl“ des Gesprächs festhalten
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Myth-Busting: „Frauen haben’s am Telefon leichter“ u. a.
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Direktheit: Warum viele Frauen direkter sind als gedacht
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„Kein Interesse“ ≠ Gesprächsende — Timing schlägt Druck
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Abschlüsse sind erlernbar (ohne Trickserei)
Show Notes
Realität im Alltag (DACH)
Ninas Erfahrung: Entscheider sind oft Männer, besonders in IT/Logistik/Produktion. Im Team gibt es fast immer eine Frau, die „im Hintergrund“ Fortschritt ermöglicht.
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Unterstützende Kolleginnen beschleunigen intern den Prozess.
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Weibliche Präsenz in Kick-offs verändert Ton & Vertrauen positiv.
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Bei OB2B arbeiten viele Frauen im Vertrieb — eine „Bubble“ ggü. dem Markt.
Warum Empathie zählt — mit Maß
Empathie & Geduld erleichtern Bedarfsanalyse und Rapport, ersetzen aber keine Kompetenz.
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Gutes Zuhören deckt Motive hinter Einwänden auf.
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Wärme + klare Zielkommunikation = Fortschritt.
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Empathie verstärkt Wirkung, sie ist kein Ersatz.
Projektvorbereitung: Details & Takt
Frauen setzen häufig die Detailtiefe und Taktung im Onboarding.
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Präzision am Anfang verhindert Reibung später.
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Frühzeitiges, direktes Feedback hält den Flow.
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Mit Vertrauen wächst Effizienz beidseits.
Kaltakquise: Stimme, Geduld, Konsequenz
Eine angenehme Stimme hilft, Ergebnisse entstehen aus Können & Timing.
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Geduld statt Druck: später erneut ansetzen.
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„Glück“ gibt’s, aber Konsistenz schafft mehr davon.
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Hartnäckig, respektvoll, planvoll nachfassen.
Grenzen, „People Pleasing“ & Direktheit
Freundlich und direkt schließen sich nicht aus.
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Ziele & Grenzen klar aussprechen; nicht über-anpassen.
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Sandwich-Methode bei hartem Feedback nutzen.
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Direktheit spart Zeit und stärkt Vertrauen.
Unpassende Privatkontakte professionell lösen
Wenn Kund:innen Grenzen überschreiten: professionell bleiben.
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Ignorieren oder humorvoll ablenken, Fokus auf Arbeit lenken.
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Wert nicht über Zuschreibungen definieren lassen.
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Teamnormen geben Rückhalt.
Mütter im Vertrieb & Flexibilität
Sales kann familientauglich sein, wenn remote & planbar.
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Homeoffice und asynchrone Arbeit machen’s möglich.
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Skills passen zu Lebensphasen; viele kommen stärker zurück.
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Alltags-Negotiation schärft Vertriebsreflexe.
Wettbewerb ohne harte Provision
Bei OB2B zählt Motivation ohne Ellbogen-Provisionslogik.
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Spielerische Sprints (z. B. Calls/Stunde) heben die Laune.
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Teamwachstum > interner Konkurrenzkampf.
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Stabilität bindet Talente, v. a. Eltern.
CRM vor Bauchgefühl (beides nutzen)
Bauchgefühl ist ein Signal — CRM ist Pflicht.
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Ton, Energie und Rapport mitschreiben, nicht nur Fakten.
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„Kein Interesse“ heute → Wiedervorlage für später.
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Handover wird besser, wenn auch das Gefühl dokumentiert ist.
Mythos-Runde (7 Mythen)
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„Frauen haben’s am Telefon leichter“ → Falsch. Es zählt Person, Skill, Timing.
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„Emotionen haben im Vertrieb nichts verloren“ → Nuance: menschlich, nicht privat.
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„Kein Interesse = Ende“ → Falsch. Gründe klären, später wiederkommen.
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„Bauchgefühl ersetzt CRM“ → Falsch. CRM zuerst, Gefühl als Zusatz.
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„Empathie verkauft automatisch“ → Falsch. Sie hilft; Kompetenz schließt ab.
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„Männer sind direkter, Frauen reden drum herum“ → Oft umgekehrt.
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„Abschlussstärke kann man nicht lernen“ → Falsch. Trainierbar und entwickelbar.
Wichtigste Erkenntnisse
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Entscheider oft männlich; Fortschritt entsteht mit starken Unterstützerinnen im Prozess.
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Empathie + Direktheit ist ein wirksamer Mix.
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In der Kaltakquise schlagen Geduld und Timing den Druck.
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Grenzen schützen vor „People Pleasing“ und halten Kurs.
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Sales kann familienfreundlich sein — Flexibilität zählt.
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Motivation funktioniert ohne harte Provisionsmodelle.
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CRM dokumentiert, Bauchgefühl ergänzt — beides festhalten.
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Abschlüsse sind erlernbar und werden durch Feedback besser.
Pull quotes
„Empathie verstärkt — sie ersetzt keine Kompetenz.“
„Direkt ist freundlich. Sag, was Sache ist, und geh weiter.“
„‚Kein Interesse‘ heute ist oft nur ein Timing-Signal.“
Gast
Nina — Projektmanagerin, OB2B — LinkedIn
Dominka — Host, Dialing Out — LinkedIn
FAQ
Haben Frauen einen natürlichen Vorteil am Telefon?
Nicht per se. Ergebnisse hängen von Fähigkeiten, Timing und Vorbereitung ab. Eine freundliche Stimme hilft, doch Konstanz und Kompetenz bringen die Termine.
Sollte man Emotionen komplett rauslassen?
Menschlich bleiben, professionell dosieren. Früh eher sachlich-warm; in langen Beziehungen schafft Authentizität Vertrauen ohne Oversharing.
Wie mit „kein Interesse“ umgehen?
Nach dem „Warum“ fragen, Kontext im CRM notieren und eine respektvolle Wiedervorlage setzen. Geduld + Timing öffnen Türen erneut.
Ist Abschlussstärke angeboren?
Nein. Abschlüsse sind trainierbar und entwickeln sich mit Feedback, Rollenspielen und Iteration — ganz ohne Manipulation.