Ein Jubiläum (Folge 30) – und ein ehrliches Thema: Die häufigsten Fehler im Cold Calling und wie du sie sofort vermeidest. Dominka spricht mit Martin (OPM – Outbound Performance Manager) darüber, warum Fehler normal und sogar nützlich sind – solange wir daraus lernen. Der Fokus: praktische Beispiele aus echten Calls, klare Gegenmaßnahmen und ein Mindset, das dich nachhaltig besser macht.
Das Versprechen: Du gehst aus der Episode mit einer kompakten Checkliste für Vorbereitung, Gesprächsführung, Qualifizierung und Follow-ups – damit weniger Termine platzen und mehr wirklich stattfinden.
Lesezeit
5 Minuten
Wir besprechen
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Vorbereitung richtig verstehen: mental, fachlich, technisch und Umgebung
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Technische Basics: Headset/Mikro testen, Tools prüfen, Störungen vermeiden
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Struktur ohne starres Skript: leiten statt ablesen
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Lernkurve realistisch einschätzen: erste 100 Calls, Übung schlägt Nervosität
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Aktives Zuhören und Gesprächssteuerung (Captain–Schiffs-Metapher)
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Produkt-Fokus vermeiden: erst Probleme und Kontext erfragen
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Gatekeeper & Zentrale: Namen erfragen, respektieren, als Referenz nutzen
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Qualifizieren statt „Termin um jeden Preis“
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Notizen & CRM-Protokollierung: Sentiment, Besonderheiten, nächste Schritte
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Follow-ups planen: Nummer, E-Mail, Rückrufzeit, klare Next Steps
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Preis am Telefon: transparent nur, wenn sinnvoll – nie „kostenlos“ locken
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Formulierungen, die schaden: „Sind Sie interessiert?“ & Feature-Feuerwerk
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Do/Don’t-Mini-Game: typische Situationen richtig auflösen
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Mindset: mit einem Lächeln ins Gespräch – und offen für Feedback bleiben
Show Notes
Warum Fehler normal – und hilfreich – sind
Fehler gehören zu jedem Start in der Telefonakquise. Wichtig ist, sie früh zu erkennen, offen zu besprechen und systematisch abzustellen – ohne Selbstsabotage.
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Feedback annehmen, auch wenn’s kurz wehtut; besser werden ist das Ziel.
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Team > Solo: Externe Perspektive verhindert Scheuklappen.
Vorbereitung: mehr als „Skript lesen“
Gute Vorbereitung umfasst Inhalt, Struktur, Technik und Setting. Wer weiß, wen er anruft (ICP) und mit welchem Gesprächsplan, wirkt souverän.
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Technik vorab testen: Headset/Mic/Software/Nummer; Ruhige Umgebung wählen.
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Plan ≠ starre Reihenfolge: Struktur kennen, flexibel bleiben.
Struktur ohne Starrheit
Ein Skript gibt Halt, ersetzt aber nicht das steuernde Gespräch. Nutze Stichpunkte statt ausformulierter Sätze.
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Gespräch führen, nicht „vortragen“; Anpassung an Verlauf ist Pflicht.
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Fragen vorbereiten, um Relevanz zu entdecken statt Features zu listen.
Aktives Zuhören & Steuerung
Zuhören ist der Produktivfaktor #1. Redet der Kunde mehr, lernst du schneller – und steuerst über gute Fragen.
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Talk-Time reflektieren (Transkript/Ratio); Kapitän-Metapher: Kurs halten.
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Ziel: Problem verstehen, nicht alles sofort beantworten.
Produkt vs. Problem
Zu früh über das Produkt zu sprechen, wirkt wie Nervosität – und killt Bedarf.
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Erst Problemraum klären: Kontexte, Ziele, Hürden, Timing.
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Feature-Feuerwerk vermeiden; Fragen führen zu „Aha“-Momenten.
Qualifizierung statt Termin-Druck
Ein schneller, unqualifizierter Termin erzeugt No-Shows und Desinteresse.
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ICP prüfen, Kaufzeitpunkt/Budget/Timeline abklopfen.
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„Informative Meetings“ ohne Relevanz lieber später ansetzen.
Gatekeeper & Namen
Die Zentrale ist Verbündete, nicht Hindernis. Namen geben Orientierung und Referenz.
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Namen erfragen, bedanken und im Verlauf gezielt nutzen.
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Mit Zentrale/Assistenz professionell arbeiten (E-Mail, Durchwahl, Rückruf).
Protokollierung, die hilft
Gute Notizen sind mehr als „erreicht/nicht erreicht“. Sie verkürzen Zyklen und erhöhen Abschlussquoten.
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Sentiment, Zitate, Besonderheiten und Folgeaufgaben festhalten.
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Daten für Team/CRM so dokumentieren, dass andere anschließen können.
Follow-ups planen
Jeder Call braucht eine Fortsetzung – sonst war’s nur Smalltalk.
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Immer mindestens einen nächsten Schritt sichern (Zeit, Kanal, Inhalt).
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Nichts ohne Kontaktpunkte beenden: E-Mail, Nummer, Terminfenster.
Preisfrage im Erstkontakt
Transparenz ist gut, wenn Produkt/Preise ohnehin offen sind. Taktische Preisnennung „nur für den Termin“ schwächt Vertrauen.
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Keine Gratis-Versprechen im Erstgespräch.
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Preis nennen nur, wenn der Kontext es verlangt und du sicher bist.
Do/Don’t-Mini-Game (Auszug)
Typische Situationen kurz aufgelöst – praxisnah statt dogmatisch.
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Don’t: Skript hörbar vorlesen → Do: Stichpunkte, natürlich sprechen.
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Don’t: Call ohne Next Step beenden → Do: Follow-up fix machen.
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Don’t: „Sind Sie interessiert?“ → Do: Nutzenorientierte Alternativen.
Mindset & Lernkurve
Nervosität ist normal. Übung, Feedback und ein freundlicher Ton machen den Unterschied.
Wichtigste Erkenntnisse
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Vorbereitung ist ganzheitlich: Technik, Struktur, Fragen, Umfeld.
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Skript als Leitplanke – führen statt ablesen.
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Wer zuhört, steuert: Fragen schlagen Features.
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Gatekeeper respektieren: Namen merken und nutzen.
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Termine qualifizieren: ICP, Bedarf, Timing, Next Steps.
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Gute Notizen verkürzen den Weg zum Deal.
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Keine „Gratis“-Lockmittel; Preise nur mit Kontext nennen.
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Lächeln, Feedback, Teamarbeit – so skaliert Qualität.
Pull quotes
„Wir sind der Kapitän – der Kunde gibt Wind und Wetter.“
„Frag nicht: ‚Sind Sie interessiert?‘ – führ hin zu Nutzen und Next Step.“
„Jeder Call braucht eine Fortsetzung – sonst war’s nur Smalltalk.“
Gast
Martin — OPM – LinkedIn
Dominka — Host – LinkedIn
FAQ
Welche Vorbereitung ist für Cold Calls wirklich entscheidend?
Technik testen, ruhige Umgebung wählen, ICP und Fragenkatalog parat haben und einen flexiblen Gesprächsplan anlegen. So startest du souverän und kannst spontan steuern.
Wie erkenne ich, ob ich zu viel rede?
Nutze Transkript- oder Analyse-Tools, um die Sprechzeit zu sehen. Ziel: Mehr Kundentalk, weniger Monolog. Stell Fragen, die Richtung geben und Relevanz sichtbar machen.
Sollte ich Preise im Erstgespräch nennen?
Nur wenn es sinnvoll und ohnehin transparent ist. Niemals als Lockmittel – das untergräbt Vertrauen und führt selten zu qualifizierten Terminen.
Was sind die häufigsten Follow-up-Fehler?
Call ohne nächsten Schritt beenden, fehlende Kontaktpunkte (E-Mail/Durchwahl), unklare Zeitfenster. Immer mindestens einen konkreten Next Step sichern.